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Wintermeister wackelt weiter
Übersteiger der weniger erfolgreichen Art: Nationalstürmer Thomas Müller (hier mit Santiago Garcia) blieb einmal mehr blass. Foto: dpa
FC Bayern

Wintermeister wackelt weiter

Auch im Duell mit dem Abstiegskandidaten Werder Bremen müssen sich die Münchner zum Sieg quälen. Der Mannschaft von Carlo Ancelotti fehlt es an Souveränität.

30.01.2017
  • SID

Carlo Ancelotti legte die Stirn in Falten, dann brummte er erstaunliche Sätze ins Mikrofon. "Wir waren ein bisschen ängstlich und haben uns Sorgen gemacht, das muss ich offen zugeben", sagte der Trainer von Bayern München nach dem 2:1 (2:0) bei Werder Bremen. Der siebte Bundesliga-Sieg in Serie sorgte beim Rekordmeister kaum für Zufriedenheit. Den Bayern fehlte es erneut an jeglicher Dominanz und Souveränität. Zeitweise habe sein Team gar "die Spielidee verloren", meinte Ancelotti, der bis in die Schlusssekunden um den "wichtigen Sieg in einem schwierigen Spiel" bangen musste. Der FCB hat nun 15 Pflichtspiele in Serie gegen Werder gewonnen. Er steht in der Tabelle weiter drei Punkte vor RB Leipzig, dem ärgsten Widersacher im Titelkampf. Und er musste nach dem phasenweise fahrigen Auftritt in Bremen dennoch viele kritische Nachfragen beantworten.

"Wichtig ist, dass man gewinnt. Dass wir besser spielen können und müssen, ist aber klar", räumte Kapitän Philipp Lahm ein. "Uns ist allen bewusst, dass wir es besser als in der zweiten Halbzeit machen müssen", sagte David Alaba. Der Vortrag nach der Pause befeuerte die Diskussionen über die Form des Liga-Favoriten.

Nur die wenigsten der 42 100 Zuschauer im ausverkauften Weserstadion hatten wohl damit gerechnet, dass Werder die Bayern noch einmal so am Schlafittchen packen würde. Arjen Robben per fulminantem Linksschuss nach Zuspiel von Franck Ribéry (30.) und Alaba mit direkt verwandeltem Freistoß in den Winkel (45.+1) hatten klar den Kurs vorgegeben. Doch nach dem Anschlusstreffer des starken Max Kruse (53.) wankten die Münchner.

„Keinen guten Fußball gespielt“

"Es wäre möglich gewesen, etwas mitzunehmen", beschrieb Werder-Kapitän Zlatko Junuzovic treffend die Kräfteverhältnisse auf dem Rasen. Auch Nationaltorhüter Manuel Neuer räumte ein, dass seine Bayern ziemlich unter Druck gerieten. "Auch aufgrund der Platzverhältnisse haben wir öfter den langen Ball gewählt", sagte der Weltmeister: "Wir haben keinen guten Fußball gespielt, das müssen wir uns ankreiden." Dass die Bayern auch die wenig erbaulichen Spiele für sich entscheiden, ist sicher ein Qualitätsmerkmal. Die höhere Effizienz vor dem Tor gibt den Ausschlag. Das feine Zusammenspiel von Ribéry und Robben vorm Führungstreffer gefiel Ancelotti.

Doch es war insgesamt spielerisch dürftig, der zweite rumpelige Auftritt 2017 nach dem Last-Minute-Sieg in Freiburg. Anlass zur Sorge lieferte auch erneut Thomas Müller, an dem das Spiel komplett vorbeilief. Schon in der 62. Minute musste der Nationalstürmer vom Platz, weil Ancelotti mit Renato Sanches die Defensive stärkte. sid

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30.01.2017, 06:00 Uhr

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