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Winterreise

Achtung! Diese Wertung gilt einzig und allein dem größten lebenden Schauspieler deutscher Zunge.

Achtung! Diese Wertung gilt einzig und allein dem größten lebenden Schauspieler deutscher Zunge.

WINTERREISE
Deutschland

Regie: Hans Steinbichler
Mit: Josef Bierbichler, Sibel Kekilli, Hanna Schygulla

- ab 12 Jahren

Tagblatt-Wertung

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24.11.2015
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„Geschüttelt oder gerührt?“ – „Mir scheißegal!“ – Holla, das sind neue Töne von 007. Einer solchen Stillosigkeit hätte sich weder Sean Connery noch Roger Moore noch Pierce Brosnan schuldig gemacht. Doch der Affront gegenüber dem mythischen Cocktail ist kein peinlicher verbaler Ausrutscher. Vielmehr steht er für ein grundlegend neues Konzept vom längstlebigen Superhelden des Kinos – sowohl was die Figur als auch die Geschichte drumherum angeht.

Den neuen, Daniel Craig, kennt man in Deutschland bisher nur von kleinen Rollen in „Road To Perdition“ oder Steven Spielbergs „München“. Dass sie trotzdem in der Erinnerung haften blieben, zeigt, was für ein erstklassiger Schauspieler er ist. Vielleicht hat ihn gerade das in einigen Fan-Foren in den Verdacht eines Weicheis geraten lassen. Stimmt schon: Bond Nummer sieben wimmert unter der Folter (die er aber doch heldenhaft durchsteht), verliebt sich heftig und kämpft mit den Tränen, als ihn sein Mädchen bitterlich enttäuscht. Im Tagesgeschäft unterlaufen ihm einige gewaltige Schnitzer, und in den Actionszenen merkt man seinem Gesicht und Körper an, welche Mühe es kostet, die Schurken in die Schranken zu weisen. Doch genau diese Schwebelage zwischen Heißsporn und Sensibelchen macht Bond als Figur wieder (oder überhaupt zum ersten Mal) wirklich interessant. In einigen Szenen schimmern sogar Traumata und seelische Verletzungen aus einem Leben vor der Lizenz zum Töten durch. Da steckt noch viel Potenzial für die charakterliche Entwicklung in den nächsten Folgen drin.

Auch die Handlung, die unter Brosnan immer mehr zum Bummbumm-Klimbim entartete, hat diesmal Hand und Fuß. Die Möchtegern-Weltherrscher und irren Atombomben-Freaks haben erst einmal abgedankt. Der Bösewicht Le Chiffre (Mads Mikkelsen, „Adams Äpfel“) ist ein vergleichsweise ordinärer Geschäftemacher, der in erster Linie „eine anständige Rendite“ erzielen will. Dass er zu diesem Behuf Massen an unschuldigen Menschen über die Klinge springen lassen will, darf man zumindest auf metaphorischer Ebene durchaus wirklichkeitsnah nennen.

Nun muss freilich niemand fürchten, 007 sei zum Kunstkino übergelaufen. Action gibt es schon auch reichlich. Allerdings verzettelt sie sich nicht in ausuferndem Digital-Brimborium wie im aktuellen Hollywoodkino, sondern setzt in eher altmodischer Tradition auf ehrliche Handarbeit und kraftvollen Körpereinsatz. Da rinnt der Schweiß, doch im Kern entfaltet sich das Duell zwischen Bond und Le Chiffre auf psychologischer Ebene – mit dem Highlight einer sehr langen, aber ungemein dicht inszenierten Pokerpartie. Vollends zu einer runden Sache macht „Casino Royale“ die großartige Besetzung der Nebenfiguren mit Eva Green (für die das Attribut Bond-Girl eine Beleidigung wäre), Giancarlo Giannini, Isaach de Bankolé und einigen anderen.

Bleibt eigentlich nur zu kritteln, dass der Film am Anfang wieder mal das unsägliche Klischee-Bild von Afrika als dem finsteren Chaos-Kontinent bemüht. Außerdem gibt es auf Madagaskar definitiv keine Giftschlangen. Etwas weniger schlampige Recherche ist aber das einzige, was wir uns von Daniel Craigs zweitem Bond-Abenteuer zusätzlich wünschen.

Wer ist der beste James Bond aller Zeiten?

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24.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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08.12.2006

12:00 Uhr

Dieter Matzka schrieb:

Die One Man Show eines vom Regisseur Steinbichler nicht kontrollierten Bierbichler lässt diesen zu einem Schmierendarsteller verkommen. Es mag wohl manchen Filmkritikern oder Zuschauer die vielen Arschlochschreie des Brenningers als revolutionär erscheinen, aber interessant ist, dass in keiner Kritik die NIGGER Ausbrüche des hochgelobten Dartsellers bemerkt wurden. Natürlich schreit die verdammten Nigger die Filmfigur Brenninger pauschal in den Zuschauerraum, doch als Regisseur muss man mit solchen Ausdrücken in einem Film richtig umgehen. Steinbichlers dümmlicher Filmausflug nach Afrika hat mit nur negativen Bildern den pauschalen Niggerausbrüchen nichts entgegengesetzt und es ist ihm mit Winterreise ein rassistischer Film gelungen. Wahrscheinlich hat er das bis heute noch nicht begriffen. Dem Autor des Drehbuches sollte man damit gerecht werden, dass seine erste Drehbuchfassung gefördert wurde. Für die hat dann scheinbar das Geld nicht mehr gereicht.



02.12.2006

12:00 Uhr

Walter Krolitzki schrieb:

Einfach Klasse, das deutsche Kino kann sich locker mit dem Ausland messen.



29.11.2006

12:00 Uhr

MM schrieb:

Der treffende erste Satz der Kritik ist wörtlich zu nehmen:
Bierbichler ist zwar ein gewisser Trost, kann aber nicht verhindern, daß man recht bald im Kinosessel herumrutscht und sich wünscht, einer der schwächsten deutschen Filme der letzten Zeit sei endlich vorbei. Unbedingt versäumen!



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