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Eishockey

„Wir gehen den Weg, den Pat Cortina uns weist“

Die Schwenninger Wild Wings stecken im DEL-Tabellenkeller fest. Am Sonntag geht es ausgerechnet gegen den Meister aus München.

18.11.2016
  • HELEN WEIBLE

Ein Charakterzug des Schwenninger Eis- und Rollsportclubs 04 – kurz: SERC – am Neckarursprung ist: Nicht zu jammern, mit dem zufrieden zu sein, was man hat. Aus purer Leidenschaft zum Eishockey weiterzukämpfen.

In Anbetracht der aktuellen sportlichen Situation haben die Schwenninger Wild Wings schon bessere Zeiten erlebt. Tabellenletzter nach sechs Siegen und zwölf Niederlagen aus 18 Spielen. Und was die Tabelle nicht zeigt: In engen Partien – und von denen gab es viele – hatten die Schwenninger immer das Nachsehen. Die Mannschaft um Kapitän Sascha Goc musste eine bittere Pille nach der anderen schlucken. Doch deswegen die Köpfe hängen zu lassen, das ist nicht der Stil der Schwenninger Puckjäger.

„Wir sind nicht so weit weg, wie es momentan aussieht“, sagt der 37-jährige Goc, „es waren acht Spiele, die wir sehr knapp verloren haben. Die Saison ist noch lang.“ Auch wenn die Stimmung im Team nicht gerade rosig ist, Goc und der ehemalige Nationalcoach Pat Cortina wissen, wie sie die Spieler bei Laune halten. „Wir gehen den Weg, den Pat Cortina uns weist“, sagt der Kapitän, der wohl erfahrenste Akteur in dem sehr jungen Team. Der in Calw geborene Kraftprotz nimmt gern die Rolle als Motivator ein und hilft dem ein oder anderen, wenn es nötig ist, „mit der Überzeugung, die uns der Trainer gibt“.

Der Kontrast am Sonntag (19 Uhr/telekomeishockey.de) könnte in der Helios-Arena nicht größer sein: EHC Red Bull München ist nicht nur der amtierende Meister, sondern führt nach 13 gewonnenen Partien aus 18 Duellen derzeit auch die Tabelle an, kommt mit einem abgezockten Kader daher. Die Bullen wollen die Wildschwäne einfach niederwälzen. Und die stolzen Vögel tun sich gerade auch deswegen schwer, weil einige verletzt fehlen.

„Wenn dich 100 Kilo an die Bande fahren, dann kann das im Eishockey ein Weilchen dauern“, beschreibt Sascha Goc es bildlich. In dieser Saison wurde die Verletztenliste erschreckend lang. Gleich drei Angreifer fallen auf unbestimmte Zeit aus: Istvan Bartalis (Ungarn), Steven Billich (Freiburg) und Markus Poukkula (Finnland). Mit der kleineren Rotation und weniger Manpower sind große DEL-Teams schwer zu stemmen.

Dabei war der SERC gar nicht übel in die Saison gestartet. Nach acht Spieltagen stand noch Rang fünf zu Buche, Köln schlug man mit 4:2. Beim 5:4-Derbysieg mit Penaltyschießen gegen die Adler Mannheim gab's ein Bruderduell zwischen Sascha und Marcel Goc. Doch dann fehlte es an der Konstanz – und an den Toren. In der vierten DEL-Saison als Wild Wings träumt man weiter davon, die Saison etwas besser als mit Platz 13 abzuschneiden. Vom Ranking jedenfalls unbeeindruckt bleibt der Schwenninger Coach, der im April Nationaltorwart Helmut de Raaf beerbt hat. „Der Blick auf die Tabelle ist relativ. Auf was es ankommt, ist Leidenschaft und Freude am Spiel“, sagte der Kanadier mit seiner ruhigen und angenehmen Art. Wäre doch gelacht, wenn die Schwenninger sich von der Niederlagenserie den Mut nehmen lassen würden.

Ein Sieg würde wieder neue Kräfte mobilisieren – aber gerade gegen München? Das wird happig. Vorher muss Schwenningen ja heute noch gegen die Augsburger Panther ran, die haben die Wildschwäne immerhin schon einmal besiegt in dieser Saison! Auf was sie immer setzen können, das sind die Schwenninger Fans. Die im Schnitt rund 4000 Gäste der Helios-Arena machen eine Stimmung, die in der ganzen Liga seinesgleichen sucht.

Und was die Bayern betrifft, so könnte es keinen besseren Trainer für die Wild Wings geben als eben Cortina. Denn im Jahr 2010 führte er als Chefcoach den EHC München zum Aufstieg in die erste Liga. Goc wünscht sich ganz bescheiden, „dass die Verletzten schnell zurückkehren, wir weiterkämpfen und endlich ein paar Siege feiern. Das ist enorm wichtig für unser Selbstvertrauen“.

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18.11.2016, 06:00 Uhr

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