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Entscheidung über zweite Exzellenz-Initiative am Freitag

Wird Tübingen eine neue Leuchtturm-Uni?

Wird es am Freitag zur Eröffnung des Uni-Sommerfests im Botanischen Garten eine neue „Exzellenz-Universität“ Tübingen zu feiern geben? Im Umfeld des Rektorats kann man die Spannung vor der Entscheidung knistern hören.

12.06.2012
  • Ulrike Pfeil

Tübingen. Der Schock nach den ersten zwei Runden des Exzellenz-Wettbewerbs um die besten Forschungsprojekte und Hochschulen Deutschlands ist noch gut in Erinnerung. Zunächst mit Karlsruhe, dann auch noch mit Heidelberg, Freiburg und Konstanz waren gleich vier baden-württembergische Landesuniversitäten in der Elite-Klasse vertreten. Tübingen war nicht darunter.

Die Uni konnte 2007 lediglich Fördermillionen für ein neurowissenschaftliches Exzellenzcluster an Land ziehen: Das Centrum für integrative Neurowissenschaft (CIN) hat inzwischen auf dem Schnarrenberg ein eigenes Forschungsgebäude bekommen und steht mit seinem jungen, internationalen Team von Grundlagenforschern nun mit einem Antrag zur Weiterfinanzierung an.

Verzettelte Strukturen, fachliche Eigenbrötelei, zu wenig Kooperation mit den Max-Planck-Instituten am Ort: Aus der bitteren Analyse der Faktoren des Scheiterns hat das damals gerade neu gewählte Uni-Rektorat unter Prof. Bernd Engler in den letzten Jahren Konsequenzen gezogen.

Aus zehn Fakultäten wurden drei Großfakultäten für Geistes-, Natur- und Wirtschafts-/Sozialwissenschaften gebildet (mit Medizin, Jura und den beiden Theologien sind es jetzt sieben statt vorher 14). Einstige „Orchideen“ wie Sinologie, Japanologie, Koreanistik wurden in einem Asien-Orient-Institut zusammengefasst. Die Morgenstelle wird zum naturwissenschaftlichen Campus ausgebaut.

Für den Tal-Campus wurde ein städtebaulicher Rahmenplan auf den Weg gebracht. Tübingen bekam ein drittes Max-Planck-Institut (für intelligente Systeme), ein Leibniz-Institut für Wissensmedien und die Uni den Zuschlag für eines von bundesweit vier neu geschaffenen Islamzentren.

Ein neuer Kooperationswille mit Forschungsinstituten am Ort zeigte sich etwa in der Berufung der Tübinger Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard (Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie) in den Universitätsrat. Für ihre Exzellenz-Schwerpunkte konnte die Uni international renommierte Wissenschaftler berufen wie den empirischen Bildungsforscher Ulrich Trautwein, den Schlafforscher Jan Born, den Linguisten Harald Baayen.

Zur neuen Runde der Exzellenz-Initiative, deren Entscheidung am Freitagnachmittag um 15 Uhr beim Sommerfest der Uni bekannt gegeben wird, ist die Uni Tübingen mit vier Projekten am Start: Neben dem schon erwähnten neurowissenschaftlichen Forschungsverbund hat die Linguistik zusammen mit Psychologen und Informatikern ein starkes Projekt zur Entstehung der Bedeutung in der Sprache aufgestellt.

Außerdem sind zwei Graduiertenschulen zur Bildungsforschung und zur molekularen Zellbiologie im Rennen. Ein Forschungscluster kann mit jährlich 8,5 Millionen Euro aus dem Exzellenztopf rechnen, eine Graduiertenschule mit bis zu 2,5 Millionen Euro.

Dieses Mal soll es klappen. Zumindest die Signale, die sie bei den Ortsterminen der Gutachter der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Wissenschaftsrats und bei der Präsentation ihrer Projekte in Bonn bekam, stimmen die Uni-Spitze zuversichtlich, dass sie mit ihrem Motto „Research, Relevance, Responsibility“ (Forschung, Relevanz, Verantwortung) in die schmale Elite der deutschen Leuchtturm-Unis aufrücken kann. Mit politischen Spekulationen darüber, ob dann eine andere baden-württembergische Elite-Uni absteigen müsste (oder gar: welche) hält sich das Rektorat vornehm zurück.

Bild: Metz

Wird Tübingen eine neue Leuchtturm-Uni?

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12.06.2012, 12:00 Uhr

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