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Wo der Krieg anfängt
Die Tübinger Gedenkfeier zum Volkstrauertag war am gestrigen Sonntag auf dem Bergfriedhof. Bild: Faden
Volkstrauertag

Wo der Krieg anfängt

Dekanin Elisabeth Hege warnte bei der Tübinger Gedenkfeier vor der Zunahme von Hass und Hetze.

14.11.2016
  • Dorothee Hermann

Der diesjährige Volkstrauertag mache sie besorgter als frühere, sagte die evangelische Dekanin Elisabeth Hege am gestrigen Sonntagvormittag in der Kapelle des Bergfriedhofs. „Hass und Hetze haben zugenommen, in Europa und jenseits des Atlantiks“, so Hege vor etwa 100 Zuhörern. Sie erinnerte an die Anschläge von Paris vor einem Jahr und an vielfache gewaltsame „Provokationen von rechts“.

Krieg ziehe immer schon Spuren, bevor er beginne, sagte die Dekanin. „Er wird vorbereitet durch Hass, Hetze und Propaganda, durch Waffen und Waffenhandel.“ Darum sei es wichtig daran zu erinnern, was in den beiden Weltkriegen geschehen ist, und aufmerksam dafür zu sein, „wohin die Spuren weisen, die heute gezogen werden“.

Tübingens Erste Bürgermeisterin Christine Arbogast erinnerte an die Schlacht um Verdun vor 100 Jahren, die 700000 Menschen das Leben kostete, Franzosen und Deutsche. „Sie waren Opfer eines sinnlosen Kampfes, der irrationale Züge angenommen hatte.“ Drei Jahre später gründete sich der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, der gemeinsam mit der Stadt Tübingen zu der Feier auf dem Bergfriedhof geladen hatte.

Im Jahr 1925 wurde der Volkstrauertag erstmals begangen, sagte Arbogast. Doch die Hoffnung auf Frieden habe sich nicht erfüllt. Das 20. Jahrhundert sei der Schauplatz verheerender Kriege und verbrecherischer Politik gewesen. Sie erinnerte daran, „was an Unrecht, Gewalt und Leid von NS-Deutschland ausgegangen ist“.

In vielen Regionen der Welt herrsche noch immer Krieg, der auch mit deutschen Waffen ausgefochten werde. Wie schon die Dekanin, rief Arbogast zu friedlichen Formen der Konfliktbewältigung auf. „Wie es ist, wenn es nicht gelingt, einen Ausgleich zu finden, sehen wir in Aleppo.“

Julia Oschinski und Cassandra Schützko vom Förderverein Berghof Peace Education betonten, dass Europa seine kriegerische Vergangenheit durch Solidarität überwunden habe. Frieden sei ein aktiver Prozess, „der von jedem mitgestaltet werden kann“. Der Posaunenchor Tübingen und der Tübinger Polizeichor umrahmten die Feier musikalisch.

Der Volkstrauertag im weiteren Stadtgebiet

In Bühl, Hagelloch, Hirschau, Kilchberg, Lustnau und Weilheim gab es am gestrigen Sonntag ebenfalls Feierstunden zum Volkstrauertag. Bebenhausen, Pfrondorf und Unterjesingen laden am kommenden Totensonntag, 20. November, zu Gedenkfeiern.

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14.11.2016, 01:00 Uhr

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