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Das Potenzial erneuerbarer Energien an Uni und Klinikum

Wo die Wende beginnen kann

Welche Dächer eignen sich besonders für Solaranlagen? Wo lohnen sich geothermische Bohrungen? Uni und Uni-Klinikum verfügen jetzt über eine Analyse – aber nicht über das entsprechende Investitionsprogramm für erneuerbare Energien.

20.07.2012
  • Angelika Bachmann

Tübingen. Nicht nur bei Privathaushalten sind die Kosten für Strom und Heizung in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Auch die Energiekosten der Universität des Uni-Klinikums „erdrücken immer mehr“, sagt Uni-Kanzler Andreas Rothfuß bei einer gemeinsamen Pressekonferenz.

Mit jedem Neubau erhöhe sich der Energiebedarf. Zudem sei jedes neue Gebäude höher technisiert, so die kaufmännische Chefin des Klinikums, Gabriele Sonntag. Großgeräte wie Magnetresonanztomografen, Klimatechnik für Forschungslabore und Server-Pools für die Geisteswissenschaften brauchen Strom in Mengen. Die Energiekosten der Universität, sagt Rothfuß, sind in den vergangenen 15 Jahren um 125 Prozent gestiegen.

Neben dem Umweltschutz gibt es daher auch finanzielle Gründe sich zu fragen: Welches Potenzial gibt es an der Uni und am Uni-Klinikum für erneuerbare Energien?

In einer gemeinsamen Projektstudie des Technischen Betriebsamtes und des Geografischen Instituts hat die Geografin Sandy-Cheril Manton deshalb universitäre Landkarten der Energiepotenziale erstellt. Sie zeigen die geeigneten und weniger geeigneten Standorte für Solarenergie, für Geothermie und für Schwachwindanlagen.

Die Solarenergie hat dabei das höchste Potenzial. Detailinformationen wie Dachneigungen und Verschattungen durch Bäume werden in dem Geoinformationssystem einberechnet und abgebildet. Die Karte zeigt allerdings nur das Potenzial (wie viel Energie kann gewonnen werden?) und nicht die Rentabilität (was kostet es, diese Energie zu gewinnen?).

Geothermie: Hier sieht die Studie aufgrund der Bodenanalysen Chancen vor allem in den Höhenlagen auf dem Schnarrenberg und der Morgenstelle. In den Talauen, etwa entlang der Wilhelmstraße, wären geothermische Anlagen dagegen wenig sinnvoll. Man würde bereits im geringer Bohrtiefe auf Grundwasserspeicher treffen.

Schwachwind: Kleinwindanlagen können bereits bei Windgeschwindigkeiten bis zu 5 Meter pro Sekunde Energie gewinnen. Mögliche Standorte sind zum Beispiel Gebäudekanten. Hier gibt es aber bislang kaum Datenmaterial.

Nun verfügen Uni und Uni-Klinikum zwar über eine erste Datengrundlage. Um den Anteil erneuerbarer Energien zu erhöhen, werde diese „bei jedem Neubau und jeder Sanierung“ eine Rolle spielen. Allerdings, sagte Rothfuß, sollte das Land entsprechende Programme starten, um die Energiewende baulich zu fördern.

Denn bislang spielt die Förderung erneuerbarer Energien bei der Gestaltung und Vergabe von Uni-Neubauten keine Rolle. „Für Kunst am Bau muss eine gewisse Summe ausgegeben werden“, sagte Rothfuß. Ähnliche Vorgaben wären auch für erneuerbare Energien möglich.

Wo die Wende beginnen kann
Je dunkler das Rot, desto geeigneter sind die Dächer für Solaranlagen. Auf solchen Luftbildern werden Daten des Geoinformationssystems (GIS) am Geografischen Institut sichtbar gemacht. Geeignet sind zum Beispiel die Dächer der beiden Parkhäuser Crona (1) und der Medizinischen Klinik (2) sowie das Hörsaalzentrum Morgenstelle (3), wenig geeignet ist das neu gebaute Hertie-Institut (4). Karte: Uni Tübingen

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20.07.2012, 12:00 Uhr

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