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1954 wurde die Skischanze am Urselberg gebaut

Wo die jungen Adler fliegen

„Weltmeister werden auf solchen Schanzen geboren“, sagt Wilhelm „Hemme“ Haydt. Er ist Trainer des Skispringer-Teams Young Eagles und trainiert die jungen in Pfullingen. Wer auf großen Schanzen, wie der in Oberstdorf springen wolle, müsse seine Erfahrungen erst auf kleinen sammeln.

23.02.2009
  • Patrick Rein

Der Rekord an der Pfullinger Schanze vom Typ K30 liegt bei 31,5 Metern und wurde 1956 von Manfred Götz aufgestellt. Damals war Skispringen ein modischer und durchaus verbreiteter Sport. Außer in Pfullingen segelten in der Umgebung unter anderem in Münsingen und Bad Urach Sportler mit Skiern durch die Luft.

Der VfL baute seine Schanze erst 1954 an einem Hang, der zuvor als Kugelfang diente. Gelände inklusive Hütte gehörten ursprünglich dem Schützenverein. Dieser zog um, und der VfL baute seine Anlage. Allerdings wurde die Schanze wegen Schneemangels erst 1956 eingeweiht. Schneemangel ist ein Problem, das auch den Young Eagles immer wieder zu schaffen macht.

Nur zwei Wochen vor Weihnachten, einmal vergangene Woche – und am Samstag wieder war ein Training möglich. Die größten Schwierigkeiten bereite bei Schneemangel der Auslauf, sagte Haydt im Gespräch mit dem TAGBLATT. Wenn kein Schnee liegt, trainieren die neun Jungen und ein Mädchen – alle zwischen sieben und 16 Jahren alt – auf Ganzjahresschanzen wie der in Meßstetten. Dort landen sie auf Kunststoffmatten, die bewässert werden, damit sich die Reibung zu verringert. Als das Mattenspringen Ende der Sechziger-Jahre noch am Anfang stand, gab es von 1969 bis 70 schon einmal eine Jugendmannschaft in Pfullingen.

Dabei war der jetzige Trainer Haydt, der als Mitglied der deutschen A-Nationalmannschaft zweimal selbst an der Vierschanzentournee teilgenommen hat. Sein Sohn brachte ihn 2001 auf die Idee, eine neue Jugendmannschaft aufzubauen – die VfL Young Eagles. Mittlerweile springen sie bei Wettbewerben in Isny, Baiersbronn, Schönwald und Hinterzarten und haben allein in der letzten Saison acht Podestplätze erreicht.

Nicht nur auf auswärtigen Schanzen gibt es große Wettbewerbe. 2003 wurden in Pfullingen die Stadtmeisterschaften als offenes Springen ausgetragen. Der Andrang sei unerwartet groß gewesen, erinnert sich Schanzenwart Oliver Schmid: „Nach zwei Stunden waren die Würstchen bereits ausverkauft.“ Insgesamt sollen 1500 Besucher den Springern zugesehen haben. Viele von ihnen waren sogenannte Spaßspringer. Leute, die einfach gerne mit Skiern durch die Luft fliegen, ohne damit große sportliche Ziele zu verfolgen.

Auch Schmid ist ein „Spaßspringer“. In seinen Augen ist die Pfullinger Schanze eine „Super-Anlage, die brachliegt.“ Seit Juni 2007 wird sie deshalb modernisiert. Die Schanze soll aktuellen Sicherheitsauflagen genügen und auch im Sommer – also das ganze Jahr über nutzbar sein. Die freiwilligen Helfer der VfL-Skiabteilung stemmen den Umbau fast vollständig in Eigenregie. Mittlerweile haben sie 2040 Arbeitsstunden geleistet. Die Sicherheitsauflagen sind erfüllt, und der Ausbau zur Mattenschanze dürfte im Frühjahr abgeschlossen sein.

Wo die jungen Adler fliegen
Am Samstag lag am Pfullinger Urselberg noch ausreichend Schnee für ein reguläres Training.

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23.02.2009, 12:00 Uhr

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