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Kennzeichnung

Wo kommt das Ei in den Nudeln her?

Es ist bisher nicht erkennbar, wie die Eier in Fertigprodukten produziert wurden. Das soll sich ändern.

15.04.2017
  • DPA

Berlin. Tier- und Verbraucherschützer fordern eine Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel, die Ei enthalten. Der Gesetzgeber sei in der Pflicht, „die transparente Kennzeichnungspflicht von rohen Eiern auf verarbeitete Produkte auszuweiten“, sagte Waltraud Fesser, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Ein Drittel der in Deutschland verzehrten Eier sei Teil von Fertigprodukten.

Seit 2004 müssen rohe Eier gekennzeichnet werden. Der Erzeugercode gibt Auskunft über die Herkunft der Eier und die Haltungsart der Hennen. Die Ziffer 0 steht dabei für die ökologische Haltung, die 1 für Freilandhaltung und die 2 für Bodenhaltung. Die mit 3 markierten Eier stammen von Hühnern, die in Kleingruppen in Käfigen leben. Werden die Eier zu Mayonnaise oder Nudeln weiterverarbeitet oder in der Gastronomie verwendet, entfällt die Kennzeichnungspflicht. Auch gekochte und gefärbte Eier müssen keinen Stempel tragen.

Verbraucher hat keine Wahl

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) hatte Lebensmittelherstellern empfohlen, die Kennzeichnung auf gekochte und gefärbte Eiern auszuweiten – allerdings auf freiwilliger Basis. Das reicht Tier- und Verbraucherschützern nicht. Denn bei verarbeiteten Eiern hätten Verbraucher derzeit keine Wahl, außer sie kaufen im Bioladen ein.

Eine Sprecherin des Verbraucherzentrale Bundesverbands sagte, eine Kennzeichnung von Eiern sei auch für Gaststätten und Hotels erstrebenswert. Nur so könnten Konsumenten auf Qualität und Tierschutz achten. Mit der Einführung der Kennzeichnungspflicht bei rohen Eiern habe sich das Kaufverhalten verändert. Eier aus Käfighaltung würden kaum noch nachgefragt – ein Effekt, der auch für eihaltige Lebensmitteln erwartet wird.

Hersteller eihaltiger Lebensmittel machen zum Teil schon freiwillig Angaben zur Haltungsart. Ein Sprecher der Tierschutzorganisation „Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt“ äußerte aber die Vermutung, dass Hersteller, die keine Angaben machen, zum Teil noch immer auf Eier aus Käfighaltung setzen.

Auch die Geflügelwirtschaft forderte eine Ausweitung der Kennzeichnung auf eihaltige Lebensmittel. Künftig solle klar erkennbar sein, „aus welcher Haltungsform und aus welchem Land die Eier stammen“, sagte der Chef des Bundesverbandes Deutsches Ei (BDE), Günther Scheper. afp

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15.04.2017, 06:00 Uhr

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