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Glosse

Wohin mit den Händen?

21.03.2018

Von ELLEN HASENKAMP

Außenminister Heiko Maas (SPD) nach seiner Amtseinführung wie so oft mit der Hand in der Hosentasche. Foto: Bernd Von Jutrczenka/dpa

Berlin. Die schnöden Regeln des guten Benehmens achten, das kann jeder. Für wahre Künstler des gesellschaftlichen Umgangs aber gilt: „Wer die Form kennt, darf sie brechen.“ So gesehen gehört der neue deutsche Außenminister Heiko Maas offenbar zur Spezies der besonders Eingeweihten. Denn die alte Tanten-Maxime „Hände aus der Hosentasche“ scheint für ihn nicht zu gelten.

Die Linke lässig eingesteckt, die Rechte frei für bedeutende Gesten – so kennt man den Saarländer schon aus Saarbrücker Zeiten. An der betont entspannten Handhabe der Handhaltung hat sein Aufstieg in der Bundespolitik nichts geändert. Egal ob Amtsübergabe im Ministerium oder Antrittsbesuch in Paris: Die Linke sitzt. Tief in der Hosentasche.

Dabei beherrscht Maas, das muss man ihm lassen, die Kunst des knitterfreien Einsteckens. Denn nichts wäre wiederum weniger souverän, als eine in den Untiefen der Hose geballte Faust, die unschöne Falten wirft und die Schulterpartie des Jacketts verzerrt. Hilfreich daher die Auswahl von Anzugtuch und Anzugschnitt: Maas darf sich mit dem Titel des bestangezogenen Mannes in Deutschland des Magazins „GQ“ schmücken.

Womöglich verhält sich aber auch alles ganz anders, und weniger die Lässigkeit als die Verlegenheit lenkt die Hände des Ministers: Die Kanzlerin greift in solchen Momenten zur Raute. Ganz außerhalb der Hosentasche. Ellen Hasenkamp

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Erstellt:
21. März 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
21. März 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 21. März 2018, 06:00 Uhr

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