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Pharmabranche

Wucherpreise für Arzneien in den USA

Hersteller verteuern Medikamente häufig radikal. Dass sie das können, liegt am amerikanischen System.

12.10.2016

Von DPA

New York. Immer wieder geraten in den USA Arzneimittel-Hersteller in die Kritik, weil sie Medikamente verteuern. Zuletzt der Pharmakonzern Mylan, der den Preis für die Allergiespritzen EpiPen von 100 auf 600 Dollar (537 EUR) angehoben hatte. Wer verstehen will, warum die Firmen Medikamente derart drastisch verteuern können, muss hinter die Kulissen des US-Pharmasektors schauen.

Als „Paradebeispiel“ für die Fehlfunktion des US-Gesundheitssystems beschreibt Experte Aaron Carroll Preissprünge wie bei Mylans EpiPen. Der Medizin-Professor von der Indiana University spricht von einem staatlich geförderten „Vorsorge-Albtraum“, bei dem die Regierung den Einsatz teurer Medikamente unterstütze, ohne etwas dafür zu tun, die Kosten zu kontrollieren. „Es gibt wenig Wettbewerb und hohe Hürden, den Markt zu entern, deshalb kann eine Firma den Preis ohne großen Widerstand erhöhen.“

Auch Konkurrenten wie Pfizer, Biogen, Gilead oder Amgen nutzen ihre Preismacht bei exklusiven Medikamenten aus. Während Regierungen in Europa die Preise für Arzneimittel kontrollieren, können die Hersteller in den USA verlangen, was sie wollen. Ihr größter Abnehmer ist die staatliche Krankenversicherung für ältere oder behinderte Bürger, Medicare. Sie darf die Preise aber nicht direkt verhandeln.

Das Ergebnis ist ein verworrenes System, bei dem die Preise in der Regel nicht von denen bezahlt werden müssen, die sie zuvor ausgekungelt haben. dpa

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Erstellt:
12. Oktober 2016, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
12. Oktober 2016, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 12. Oktober 2016, 06:00 Uhr

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