Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Bescherung bei Aktion Wunschbaum

Wünsche irgendwie erfüllen

Ob Kleidung, Reitstunden, Computerspiele oder Fahrräder: Insgesamt 380 Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen Familien wurden gestern Nachmittag dank der Aktion Wunschbaum im Sozialamt beschenkt. Nicht alle Wünsche wurden von Tübinger Bürgern übernommen. Der Wunschbaum-Verein musste auch in die eigene Kasse greifen.

07.12.2012
  • moritz siebert

Tübingen. Große Aufregung bei den Kleinen: Auf zwei Tischen türmen sich die Päckchen, und im Raum nebenan warten rund 30 Fahrräder, Dreiräder und Roller auf neue Besitzer. Mit großen Augen nimmt Adil (4) ein Geschenk entgegen. Aufpacken darf er es aber erst an Weihnachten. Er hat sich ein Computerspiel gewünscht. Sophia (2) weiß nicht, was sie bekommt. Ihre Eltern haben das Wünschen für sie übernommen. Das Paket, das ihr die Weihnachtsmänner und -frauen überreichen, ist größer als sie selbst.

Mit der Hilfe vieler Tübinger Bürger ließ die Aktion Wunschbaum, die der Jugendgemeinderat und der Wunschbaum-Verein organisiert, gestern 380 Wünsche von Kindern aus einkommensschwachen Familien in Erfüllung gehen. Besitzer der Kinder-Bonus-Card durften beim Projekt einen Wunsch angeben – 315 Tübinger/innen erklärten sich bereit, die Patenschaft für ein Geschenk zu übernehmen. Die restlichen 65 Geschenke finanzierte der Verein mit Spendengeldern aus der Vereinskasse.

Die große Resonanz zeige, dass der Bedarf an einem solchen Projekt in Tübingen groß ist, sagt Michael Lucke, Erster Bürgermeister und Schirmherr von Aktion Wunschbaum: „Auch in dieser Stadt gibt es Armut.“ Er lobte das große Engagement des Vereins und des Jugendgemeinderats. Die Jugendlichen hätten trotz Schule oder Ausbildung sehr viel Zeit in das Projekt investiert.

Auch Beschwerden mussten sich die Organisatoren dieses Jahr anhören. Der Neuwert eines Geschenks sollte nach ihren Richtlinien nicht über 30 Euro liegen. In diesem Jahr standen aber auch Handys, Notebooks und sogar ein Smartphone auf den Wunschzetteln. „Wir können Kindern nicht vorschreiben, was sie sich wünschen sollen“, erklärt Amely Krafft, SPD-Stadträtin und Initiatorin des Projekts. „Jugendliche brauchen einen PC für die Schule und um Bewerbungen zu schreiben.“

„Wir machen keine Einschränkungen, sondern versuchen, Wünsche irgendwie zu erfüllen“, ergänzt Jugendgemeinderätin Marlene Naumann, „sonst ist der Sinn der Aktion verfehlt“. Statt der gewünschten Notebooks gibt es Anzahlungsgutscheine für Second-Hand-PCs. Der Junge, der sich ein Smartphone wünschte, wird sich auch über ein gebrauchtes Gerät freuen. Bei einem anderen Jungen musste der Verein Überzeugungsarbeit leisten, dass es nicht möglich sei, ihm einen Hund zu schenken. Er bekommt stattdessen einen Spielzeug-Gutschein.

Die Wünsche nach Handys, Spiel-Konsolen oder anderen technischen Geräten haben zugenommen, empfindet Krafft. Nur drei der 380 Kinder und Jugendlichen hätten sich Bücher gewünscht. Die Buchhandlung Osiander hat auf diese Tendenz reagiert und sich spendabel bei der Aktion Wunschbaum eingebracht: Jedes Kind, das gestern beschenkt wurde, hat von Osiander einen 10-Euro-Buchgutschein erhalten.

Wünsche irgendwie erfüllen
Jugendgemeinderätinnen als Weihnachtsfrauen: Marlene Naumann (links) und Anna Bohley verteilen die Wunschbaum-Geschenke.Bild: Sommer

Die Stadt Tübingen bietet für Kinder aus einkommensschwachen Familien, die in Besitz der Kinder-Card sind, am Samstag, 15. Dezember von 10 bis 14 Uhr, in der Sindelfinger Str. 18 eine kostenlose Fahrrad-Reparatur an. Kleinere Mängel und Schäden werden sofort behoben. Für größere Reparaturen erhalten die Kinder einen Werkstattgutschein im Wert von 50 Euro. Eine Weihnachtsaktion gibt es auch beim gemeinnützige Bildungsträger Infö: Jedes Kind mit Kinder-Card darf sich in der Textilwerkstatt des Mehrgenerationenhauses in der Mauerstr. 2 ein Produkt aussuchen. Zur Auswahl stehen Puppenkleider, Taschen, Mützen oder Schals.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

07.12.2012, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball