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Gerd Müller-Trikot hinter Glas

Wurmlinger sammelt alles vom FC Bayern

Der Wurmlinger Stefan Scheuble besitzt hier in der Region mit einiger Sicherheit die größte Sammlung von allem, was auch nur im Entferntesten mit dem Fußballclub Bayern München zu tun hat. Selbst die Bodenplatten auf seiner Veranda tragen das Bayern-Emblem.

30.06.2012
  • Werner Bauknecht

Wurmlingen. Nichts Schöneres, als wenn das Hobby zugleich auch die Sammlerleidenschaft befriedigt. Solange Stefan Scheuble zurückdenken kann, war er Fußballfan – und zwar immer schon einer des FC-Bayern. Gekickt hat er auch. Beim SV Wurmlingen, wo er heute noch bei den Alten Herren aktiv ist.

„Ich bin früher schon mit meinem Vater zu Bundesligaspielen gefahren, und zwar zu denen des FC Bayern.“ Hier liegt wohl die Erklärung für die Leidenschaft Scheubles. Da bekam er dann mal ein Trikot des Lieblingsvereins gekauft, forderte Autogrammkarten an, trug Schals und Wimpel zum Spiel. „Eins kam zum anderen“, meint Scheuble rückblickend.

Allerdings: Was er in der Zwischenzeit an Bayern-Sammlerstücken zusammengetragen hat, ist dann doch erstaunlich. Alleine über 130 Trikots aus bald fünf Jahrzehnten hängen in seinem Bayern-Zimmer, einem Raum, der, außer einem PC, nur aus Sammlerstücken besteht. Rot, kein Wunder, ist die vorherrschende Farbe. Die Trikots sind unterteilt in Fan-Trikots, wie sie jeder kaufen kann, und in getragene Trikots. Häufig mit Autogramm des ehemaligen Trägers. So hat er etwa Shirts von Roy Makaay, Bastian Schweinsteiger, Willy Sagnol oder Sebastian Deisler. Wie in einer Boutique hängen sie an Kleiderhaken, nach Jahreszahlen sortiert. Die Wände zieren Fanschals, die bei wichtigen Spielen zu kaufen waren: Barcelona-Bayern, Arsenal-Bayern oder auch mal ein Bochum-Bayern.

Ein Schmuckstück der Sammlung: Das Original Gerd Müller-Trikot von 1966 mit der Rückennummer 9. Es hängt in einem Bilderrahmen. Direkt neben dem von Thomas Müller. „Wenn ich das Gerd-Trikot rausnehme, habe ich Angst, dass es zerfällt, so alt wie das ist.“ Einmal hat er es sogar Müller persönlich für ein Foto ausleihen müssen – der „Bomber der Nation“, wie Müller genannt wurde, hatte selbst keines mehr. Zum Dank hat er auf der Brustseite unterschrieben.

Auch in der Wohnung verteilt stehen Rahmen mit besonders wertvollen Trikots. Aber auch etwas skurril anmutende Stücke, wie ein Bayern-Vogelhäuschen („das hat mir ein Freund zum Geburtstag gemacht“), Weihnachtsglocken, Stehlampen oder eine Bayern-Veranda-Leuchte. Mitten im gepflegten Rasen des Gartens hinterm Haus eine Steinplatte mit Bayern Emblem, etwa 1 Meter im Durchmesser, eingelegt in Kieselrahmen. Am Fahnenmast, klar, die Bayernfahne.

Woher kriegt er all die Sachen? Uralt-Bälle mit Originalunterschriften, Roy-Makaay-Fußballschuhe, auf die dieser die Namen seiner Kinder handschriftlich vermerkt hat – aus Aberglaube. „Ich schaue im Internet, oft in Ebay“, verrät Scheuble, „da gibt es regelrechte Spezialisten. Die teuren Sachen gibt es mit Echtheitsnachweis.“ Täglich sei er im Internet, immer auf der Suche nach Interessantem für die Sammlung.

Das Highlight aber ist für ihn die Bayern-Chronik, „4 Sterne – 111 Jahre“, ein Buch, das nur über den Verein erhältlich ist. Es hat 556 Seiten, ist 50 x 70 Zentimeter groß und wiegt fast 30 Kilo. Das Cover ist aus dünnem Birkenholz, jedes Exemplar handgefertigt und mit einer Nummer versehen: Scheuble hat die Nummer 22400. Es gibt nur 4111 davon, jedes kostet 2999 Euro. Gelesen hat Scheuble es noch nicht ganz. „Das bewahre ich mir für die Regentage auf.“ Natürlich geht er mit Freunden auch ins Stadion, beim Finale gegen Chelsea war er dabei.

„So eine Sammlung ist nie vollständig, immer stößt man auf Neues“, sagt er. „Während andere in Urlaub gehen, gönne ich mir eben ein neues Sammlerstück.“

Info Wer in der Raumschaft Rottenburg lebt, eine ähnliche, ebenfalls möglichst ungewöhnliche Sammelleidenschaft pflegt wie Stefan Scheuble und zudem bereit ist, darüber im TAGBLATT zu berichten, melde sich unter 0 74 72 / 16 06 16.

Wurmlinger sammelt alles vom FC Bayern
Rund 130 Trikots aus fast fünf Jahrzehnten hat der Wurmlinger Stefan Scheuble in seinem Bayern-München Zimmer hängen, darunter auch – gerahmt – das Original Gerd-Müller-Trikot von 1966. Oben an der Wand hängen Fan-Schals und unter der Decke sind Fahnen verspannt. Scheuble selbst wollte nicht mit aufs Bild.

Wurmlinger sammelt alles vom FC Bayern
Prunkstück in Scheubles Sammlung ist die Chronik des FC Bayern München – fast 30 Kilo schwer und von Hand gefertigt. „Mia san mia“ ist dort zu lesen.

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30.06.2012, 12:00 Uhr

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