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ZF scheitert im Poker um Haldex
ZF-Chef Stefan Sommer kommt nicht zum Zug. Foto: obs/ZF Friedrichshafen
Autozulieferer

ZF scheitert im Poker um Haldex

Die Mehrheit der Aktionäre will nicht an ZF verkaufen. Nun steigen die Chancen für den Rivalen Knorr-Bremse.

06.10.2016
  • LSW

Friedrichshafen. Der Autozulieferer ZF ist im Poker um den schwedischen Nutzfahrzeug-Zulieferer Haldex gescheitert. Lediglich 9,59 Prozent der Anteile hätte ZF für das Angebot von 120 schwedischen Kronen je Aktie erhalten können – das reicht der Firma vom Bodensee nicht. „ZF nimmt zur Kenntnis, dass die Aktionäre von Haldex sich dazu entschieden haben, das empfohlene Angebot nicht anzunehmen“, teilte das Unternehmen mit.

ZF-Chef Stefan Sommer hatte sich die Marke von 50 Prozent plus einer Aktie zum Ziel gesetzt – inklusive des eigenen Aktienanteils. Nun steigen die Chancen für den Rivalen Knorr-Bremse aus München, dessen Angebot noch bis Anfang Dezember läuft. „Die Tatsache, dass die Mehrheit der Aktionäre ihre Aktien ZF nicht angedient hat, bestätigt, dass wir das bessere Angebot gemacht haben“, teilte der Konzern mit. „Für Knorr-Bremse stellt die Verbindung mit Haldex eine Gelegenheit dar, um einen der führenden Systemanbieter mit klarem Fokus auf das Nutzfahrzeuggeschäft zu schaffen. Dies eröffnet beiden Unternehmen attraktive Wachstumschancen.“

Höheres Gebot aus München

ZF hatte damit geworben, die kartellrechtlichen Freigaben für eine Übernahme schon zusammen zu haben. Damit hätte es schnell gehen können. Offenbar aber setzten die Anleger dennoch auf das um 5 Kronen höhere Gebot aus München – was insgesamt umgerechnet rund 573 Mio. EUR entspricht. Haldex hatte das niedrigere Angebot von ZF empfohlen und damit bei Knorr-Bremse-Chef Klaus Deller Verärgerung hervorgerufen.

Bereits am Vortag hatte ZF mitgeteilt, womöglich mit dem eigenen Angebot zu scheitern. Begehrt ist der schwedische Zulieferer vor allem wegen seiner Technologie für Lkw-Druckluftbremsen. ZF hat solche bislang nicht im Angebot.

Bei Knorr-Bremse gäbe es Überschneidungen, der Konzern von Gründer und Eigentümer Heinz Hermann Thiele hat für etwaige Kartellauflagen aber bereits die Bereitschaft angedeutet, auch Teile zu verkaufen. „Mit Blick auf die kartellrechtliche Prüfung sind wir unverändert zuversichtlich, alle erforderlichen Kartellfreigaben zu erhalten“, teilte das Unternehmen mit.

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06.10.2016, 06:00 Uhr

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