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Zahl der Firmenpleiten sinkt weiter
Zu den Großinsolvenzen zählt Sinn-Leffers. Foto: dpa
Schulden

Zahl der Firmenpleiten sinkt weiter

Insolvenzen sinken auf tiefsten Stand seit zwölf Jahren. Auch Verbraucher sind immer seltener überschuldet.

29.11.2016
  • ROLF OBERTREIS

Frankfurt. Im sechsten Jahr in Folge sind 2016 die Zahl der Pleiten von Unternehmen und Verbraucher zurückgegangen. Nach Angaben der Wirtschaftsauskunftei Creditreform gab es mit insgesamt 123 800 Fällen den niedrigsten Wert seit zwölf Jahren. 21 700 Firmen mussten den Gang zum Insolvenzgericht antreten, 78 200 Verbraucher ihre Zahlungsunfähigkeit einräumen. Besonders im Saarland, in Sachsen, Hamburg und Brandenburg zeigte die Insolvenzquote nach oben, in Berlin, Bayern und Baden-Württemberg nach unten. In Mannheim besteht eine hohe, in Freiburg eine niedrige Pleitegefahr.

Für das kommende Jahr erwartet Creditreform-Hauptgeschäftsführer Volker Ulbricht einen weiteren Rückgang der Firmeninsolvenzen auf 20 000 bis 21 000 Fälle. Es werde wohl auch weniger Verbraucherpleiten geben.

Höhere Schäden

Im Vergleich zu 2015 rutschte die Zahl der Firmenpleiten im laufenden Jahr um 6,4 Prozent. Sie war mit 21 700 so niedrig wie zuletzt 1999. Ulbricht führt das auf die gute Wirtschaftslage zurück. Allerdings sind die Schäden durch Firmenpleiten deutlich gestiegen, um fast 8 Mrd. EUR oder 40 Prozent auf 27,5 Mrd. EUR. Die durchschnittliche Schadenssumme für private Gläubiger je Pleite erhöhte sich um 450 000 auf 903 000 EUR. Zu den Großinsolvenzen in diesem Jahr zählen die Textil- beziehungsweise Textilhandelsunternehmen Steilmann und Sinn-Leffers.

Auch die Verbraucherinsolvenzen sind 2016 zurückgegangen aber mit 2,5 Prozent auf 78 200 nicht mehr so deutlich wie im Vorjahr, da war es ein Minus von 7,2 Prozent. Immer noch gebe es in Deutschland ein „anhaltend hohes Potenzial überschuldeter Personen“, sagt Ulbricht. Auch bei guten konjunkturellen Rahmenbedingungen sei es zum Anstieg der Verbraucherüberschuldung gekommen. Insgesamt aber, so Ulbricht, seien die Bedingungen gut, auch wegen der Lage auf dem Arbeitsmarkt. „Nach wie vor ist ein fester Arbeitsplatz der Garant dafür, dass Überschuldungsprozesse und Privatinsolvenz vermieden werden können.“ otr

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29.11.2016, 06:00 Uhr

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