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Zeiss-Tochter schließt Partnerschaft
Unser Bild zeigt Montage- und Justagearbeiten an einer Lithografie-Optik bei Zeiss. Foto: Zeiss
Technologie

Zeiss-Tochter schließt Partnerschaft

Der niederländische ASML-Konzern erwirbt für 1 Mrd. EUR Anteile an Carl Zeiss SMT. Für die Region Ostalb bedeuten der Einstieg sowie weitere Ausbaupläne einen Investitionsschub.

04.11.2016
  • WINFRIED HOFELE

Oberkochen. In der Wirtschaftsregion Ostalb entsteht eine neue High-Tech-Partnerschaft: Der niederländische Ausrüster für die Chipindustrie ASML hat sich mit 1 Mrd. EUR in die Carl Zeiss SMT GmbH, ein Tochterunternehmen des Optoelektronik-Konzerns Carl Zeiss AG in Oberkochen, eingekauft. Wie beide Unternehmen mitteilen, erwirbt ASML eine Minderheitsbeteiligung von 24,9 Prozent an Carl Zeiss SMT. Eine darüber hinausgehende Übertragung von Unternehmensanteilen sei nicht geplant; außerdem hat ASML keine Rechte auf den Kauf für die verbleibenden Unternehmensanteile erworben.

ASML will aber noch rund 220 Mio. EUR in Forschung und Entwicklung sowie 540 Mio. EUR in Ausrüstung und die Prozesskette von Carl Zeiss SMT investieren. Rechnet man die 60 Mio. EUR dazu, die Zeiss in den Ausbau des weltweit modernsten Zentrums für Lithografie-Optik im Gewerbepark Oberkochen-Königsbronn investiert, kommt man auf eine Gesamtsumme von 1,82 Mrd. EUR, die in den nächsten Jahren in die Region fließt.

Diese Investitionen werden überwiegend am Hauptstandort von Carl Zeiss SMT in Oberkochen getätigt. Sie werden dort vor allem für Erweiterungen der Kapazitäten sowie für Gebäude und Anlagen aufgewendet. Daraus ergeben sich auch positive Auswirkungen auf die langfristige Arbeitsplatzsicherung am Standort. Die Carl Zeiss SMT wird in der Zeiss Gruppe als wichtiger Unternehmensbereich integriert bleiben.

Ziel der Vereinbarung ist es laut Zeiss-Konzernchef Michael Kaschke und SMT-CEO Hermann Gerlinger, die Entwicklung einer zukünftigen Generation der so genannten Extreme Ultraviolet (EUV)-Lithographie-Systeme zu beschleunigen. Diese Technik soll die Halbleiterindustrie in die Lage versetzen, zu Beginn der nächsten Dekade wesentlich leistungsfähigere Mikrochips zu geringeren Kosten zu produzieren.

„Mit dem Einstieg versenden wir zwei wesentliche Botschaften“, betonte Kaschke: „Die großen Chiphersteller, die seit langem kräftig bei uns an die Tür klopfen und auf den Serienhochlauf der EUV-Technologie der ersten Generation warten, können jetzt davon ausgehen, dass sie in den nächsten eineinhalb Jahren tatsächlich die neuen Maschinen für die Chipproduktion kaufen können, und zudem geben wir das Signal, dass wir bereits an der nächsten Generation, die ab 2023 auf den Markt kommen soll, arbeiten. Und die Höhe der Investitionssumme zeigt auch, dass wir vom Erfolg unserer gemeinsamen Mission überzeugt sind.“

ASML ist einer der Hauptlieferanten von Systemen und Services an alle führenden Chipproduzenten. Diese Systeme dienen zur Herstellung extrem kleiner Mikrostrukturen auf Halbleiterwafern. Mit seinen Hochleistungsoptiken liefert Carl Zeiss SMT ein zentrales System innerhalb der Lithographiescanner von ASML und ist damit ASMLs wichtigster strategischer Partner; dazu kommt die Lichttechnologie von Trumpf aus Ditzingen.

ASML und Zeiss arbeiten bereits seit mehr als 30 Jahren eng zusammen. Beide Unternehmen sind in den vergangenen Dekaden deutlich gewachsen und haben dabei von den Stärken des jeweils anderen erheblich profitiert, wie beide Partner gestern betonten.

Aufgrund anstehender Investitionen, die für die Entwicklung des komplett neuen optischen Systems für zukünftige EUV-Generationen notwendig sind, hätten sich die Partner zu diesem Schritt entschieden. Die neue Technologie soll zu Beginn der nächsten Dekade der Chipindustrie zur Verfügung gestellt werden.

Carl Zeiss SMT wird eine jährliche Dividende an seine Anteilseigener Carl Zeiss AG und ASML ausschütten. Die Transaktion ist von den Aufsichtsräten der beiden Unternehmen genehmigt worden. Die Transaktion steht allerdings noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Behörden, heißt es. Sie soll im zweiten Quartal des kommenden Jahres formal abgeschlossen werden.

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04.11.2016, 06:00 Uhr

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