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Fulda

Zeugin mit entscheidendem Hinweis im Entführungsfall Würth

Im spektakulären Entführungsfall Würth hat eine Zeugin den entscheidenden Hinweis für die Verhaftung des mutmaßlichen Täters geliefert.

14.03.2018
  • dpa/lhe

Fulda. Die Frau habe die Stimme des Tatverdächtigen wiedererkannt und im Januar 2018 rund zweieinhalb Jahre nach der Entführung von Milliardärssohn Markus Würth in Osthessen die Polizei informiert, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Gießen, Thomas Hauburger, am Donnerstag in Fulda. Die Polizei hatte zur Fahndung den Mitschnitt eines Anrufs des Lösegeld-Erpressers genutzt.

Der 48-Jährige sitzt seit Mittwoch in Untersuchungshaft wegen des dringenden Tatverdachts des erpresserischen Menschenraubes. Spezialeinheiten der Polizei hatten den Mann aus Serbien am Morgen in seiner Wohnung in Offenbach festgenommen. Er soll im Juni 2015 den behinderten Sohn des baden-württembergischen Schrauben-Milliardärs Reinhold Würth im osthessischen Schlitz entführt und nach einer gescheiterten Lösegeldübergabe tags darauf in der Nähe von Würzburg an einen Baum gekettet haben. Er wurde unversehrt aufgefunden.

Der mutmaßliche Täter schweigt zum Vorwurf. Der Mann habe sich nach seiner Festnahme wortreich eingelassen, aber nicht zur Entführung geäußert, sagte Daniel Muth von der Kriminaldirektion Osthessen. «Er hat zehn Stunden dauergequatscht», meinte Muth.

Wie Hauburger sagte, hatte die Frau im Januar dieses Jahres ein Fahndungsplakat der Polizei zu dem Fall gesehen und «aus Langweile die Nummer» der Hotline mit dem Mitschnitt gewählt. Die Stimme habe sie an den Mann erinnert. Er habe zuvor Handwerkerarbeiten in ihrem Haushalt erledigt. Laut Ermittler hat der Gelegenheits-Arbeiter zwei Kinder.

In dem Fall hat es nach 2015 auch noch einen weiteren Erpressungsversuch gegeben. Im April 2017 sei per E-Mail ein weiterer Kontakt zur Familie gesucht worden, teilten die Ermittler mit. Es seien 70 Millionen Euro in Kryptowährung verlangt worden. Der Erpresser habe gedroht, erneut den Würth-Sohn zu entführen oder ein anderes Mitglied der Familie.

Die Polizei hatte den mutmaßlichen Entführer seit Januar intensiv überwacht und eine große Menge an Informationen ausgewertet. Es hätten allein 60 Millionen Datensätze aus Funkzellen eine Rolle gespielt.

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14.03.2018, 16:17 Uhr | geändert: 15.03.2018, 13:40 Uhr

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