Weitingen · Sanierung

Zittern um Zuschüsse

Die Unterstützung vom Bund über 1,8 Millionen Euro für die Weitinger Halle ist nicht sicher. Ein Grund ist eine Landesförderung über fast 200000 Euro.

17.10.2020

Von Mathias Huckert

Wie hoch die Förderungsgelder für die Sanierung der Turn- und Festhalle in Weitingen ausfallen, wird sich zeigen.Bild: Karl-Heinz Kuball

Am Abend der jüngsten Gemeinderatssitzung gab Eutingens Bürgermeister Armin Jöchle bekannt, dass mit einer geringeren Summe als den 1,8 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ zu rechnen sei. Er erklärte den Grund, warum die zuvor kommunizierte Förderungssumme nicht erreicht werden könnte: Es handele sich bei 1,8 Millionen Euro um den maximal möglichen Förderungsbetrag, der vermutlich nicht für die Hallensanierung ausgeschöpft werden könnte (wir berichteten).

Eine Pressemitteilung der Eutinger Gemeindeverwaltung vom gestrigen Freitag macht deutlich: Ein weiterer Grund, warum für die Halle mit weniger Geld zu rechnen ist, liegt darin, dass sich die angestrebten Förderungen von Bund und Land in die Quere kommen.

Bedingung gefährdet Förderung

Die Landesförderung für Sportstättenbau sicherte der Hallensanierung 189000 Euro an Zuschüssen zu. Allerdings muss die Vergabe der Bauarbeiten noch in diesem Jahr erfolgen, sonst verfällt die Förderung. Die Gemeindeverwaltung strebt daher an, die Vergabe der Bauarbeiten in der Gemeinderatssitzung am Dienstag, 8. Dezember, zum Beschluss freizugeben.

Zwar könnte es dann noch dauern, bis die tatsächlichen Sanierungsarbeiten beginnen, wie Bürgermeister Jöchle im Gespräch mit der SÜDWEST PRESSE betonte. Allerdings geriete man in Weitingen mit voranschreitenden Bauarbeiten an der Halle auch in Konflikt mit der Bundesförderung. Denn wenn bereits gebaut wird, bevor die Förderungsbewilligung vom Bund da ist, gefährdet dies wiederum die mögliche Unterstützung in Höhe von 1,8 Millionen Euro.

Von der Verwaltung heißt es: „Bei der Bewerbung im August 2020 war nicht klar, dass bis zur eigentlichen Bewilligung der Bundesfördermittel so viel Zeit vergehen wird und ein vorzeitiger Baubeginn zuvor gar nicht beantragt werden kann.“ Jöchle erklärt, man wolle das Gespräch mit dem zuständigen Projektträger für die Bundesförderung suchen und Gelder aus beiden Förderungen sichern.

Das Bundesprogramm, in dessen Rahmen die Hallensanierung gefördert werden soll, wird vom „Projektträger Jülich“ (PtJ) aus Nordrhein-Westfalen betreut. Um eine Förderung zu erhalten, muss der Haushaltsausschuss des Bundestags die zur Antragstellung vorzusehenden Projekte beschließen.

Hierbei hatte die Gemeinde Eutingen Glück: Nachdem ihr Antrag für die Unterstützung der Hallensanierung 2018 abgelehnt hatte, schaffte es im August 2020 der Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Fuchtel zusammen mit der Gemeinde, dass der erneut eingereichte Antrag auf die Liste der zu fördernden Projekte aufgenommen wurde. In der zweiten Förderungsphase muss nun ein Zuwendungsantrag die Förderung gewährleisten.

Wie Jöchle betont, stehe man in Eutingen weiterhin in engem Kontakt mit Fuchtel, um die bestmögliche Förderung der Hallensanierung in Weitingen zu erhalten. Wie diese letztlich aussehen wird, sei „schwer einzuschätzen“: Man habe in Eutingen bisher nur von Förderprogrammen der Landesregierung profitiert. Er stellte aber klar: „Wir sind hier keine Pessimisten. Die Unterlagen gehen an den Projektträger und wir hoffen das Beste.“

Zurück zu Ausgangslage

Weitingens Ortsvorsteher und Mitglied des Eutinger Gemeinderats, Rainer Himmelsbach, bedauert zwar, dass die volle Förderungssumme vom Bund vermutlich nicht in die Hallensanierung fließen wird. Er gibt sich dennoch pragmatisch: „Wir bekommen vielleicht keine 1,8 Millionen. Aber wir stehen dann nicht schlechter da als zuvor“. Himmelsbach erklärte unserer Zeitung weiter, dass im Spätsommer die Nachricht vom Millionenbetrag erstmal alles überschattet habe: „Alle haben nur noch die Zahl gesehen und gar nicht mehr in Frage gestellt, wie und ob man zu dem Geld kommt.“

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Erstellt:
17. Oktober 2020, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
17. Oktober 2020, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 17. Oktober 2020, 01:00 Uhr

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