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Zodiac

Auch Vergeblichkeit kann packen: Kühler Thriller um die Versuche, den Serienkiller von San Francisco zu überführe

Auch Vergeblichkeit kann packen: Kühler Thriller um die Versuche, den Serienkiller von San Francisco zu überführe

Zodiac

© null 02:17 min

ZOCIAC
USA

Regie: David Fincher
Mit: Jake Gyllenhaal, Mark Ruffalo, Robert Downey Jr., Anthony Edwards

- ab 16 Jahren

Tagblatt-Wertung

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Film bewerten

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24.11.2015
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„Ist dir klar, dass auf den kalifornischen Straßen jeden Monat mehr Leute totgefahren werden, als dieser Typ je umgebracht hat?“, heißt es etwa zur Filmmitte. Eine Wirkung hat dieser relativierende Satz nicht. Viel zu fest haben sich die Ermittler in den Fall des Serienkillers von San Francisco verbissen – obwohl der zu diesem Zeitpunkt längst Stadtgeschichte ist.

Der Film beruht auf einer realen Mordserie in den späten sechziger Jahren. Markenzeichen des Killers, der sich selbst Zodiac nannte, waren Briefe, die angeblich verschlüsselte Hinweise auf seine Identität enthielten und in denen er seine nächsten Taten ankündigte. Einmal soll er sich sogar telefonisch in eine Fernseh-Talkshow eingeklinkt haben. Wie viele Morde tatsächlich auf sein Konto gehen, ist umstritten: gesichert sind fünf, manche schätzen ein Vielfaches. Gefasst wurde Zodiac nie.

Entsprechend darf man auch von David Finchers Film keinen klassischen Krimi mit finaler Präsentation des Schuldigen erwarten. Im wesentlichen handelt er von der zermürbenden Ermittlungsarbeit, der sich drei Männer – ein Polizist (Mark Ruffalo) und zwei Journalisten (Jake Gyllenhaal und Robert Downey Jr.) – mit zunehmender Besessenheit widmen. Immer wieder scheint ihre akribische Spurenlese zum Durchbruch zu führen, ehe ein entscheidendes Gegenindiz alle Arbeit zunichte macht. So vergehen Jahre und Jahrzehnte. Die letzte Szene des Films spielt im Jahr 1991. Endgültig geschlossen wurde die Akte 2004.

So ist „Zodiac“ in erster Linie ein Film über das Scheitern – ganz ähnlich wie Sean Penns Filmversion von Friedrich Dürrenmatts „Das Versprechen“ (auch als „Es geschah am helllichten Tag“ bekannt). Hier wie dort zerbrechen die Protagonisten allmählich an der Vergeblichkeit ihres Tuns – und mehr noch an der Obsession, die sie immer mehr ihrer Umwelt entfremdet.

Das ist, zugegeben, auch für den Zuschauer zuweilen frustrierend, aber diesen Preis für die Authentizität sollte man klaglos zahlen. Immerhin streut Fincher zum Ausgleich einige Genre-übliche Spannungsmomente ins Zeitverrinnen – speziell die brillant inszenierten Mordsequenzen, die wahrhaft Schaudern machen. Auch überzeugt der Film als atmosphärisches Panorama einer Zeit, in der gleich nebenan der Sommer der Liebe im Blut von Altamont ertränkt wurde. Und in der sich ein Serienkiller erstmals offensiv der Medien zur Verherrlichung seiner Taten bediente. In einem seiner Briefe schrieb Zodiac mit der ihm eigenen Unverfrorenheit: „Ich erwarte einen guten Film über mich“. Diesen Wunsch hat ihm David Fincher kompromisslos erfüllt.

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24.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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06.10.2007

12:00 Uhr

Luca Toni schrieb:

Guter Film,Basta!!
"Waschlapp​en" macht seinem Namen alle Ehre...hätte sich seine Bewertung sparen können.



20.09.2007

12:00 Uhr

Waschlappen schrieb:

Naja... hab besseres gesehen... Dass man so nem mörder noch die Ehre erweisen mus...



28.07.2007

12:00 Uhr

error 404 schrieb:

gute schauspieler in mittelmäßiger geschichte.



24.06.2007

12:00 Uhr

Freddyschenk schrieb:

Ein genialer Film! Sehr spannend und intelligent gemacht. Sehr autentisch, tolle Bilder, sehr gute Schauspieler und die damalige Zeit um 1970 in den USA sehr gut eingefangen. Die Story toppt alles!



14.06.2007

12:00 Uhr

quentin schrieb:

bieder und verliert in der mitte seine spannung



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