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Dieter Barth tritt aus Verein aus

Zoff in der UFW geht weiter

Der Vorsitzende der UFW-Fraktion im Tübinger Rat, Dieter Barth, kündigt seine Mitgliedschaft im UFW-Verein – wegen der „öffentlichen Schmähung meiner Person“ durch die Vereinsvorsitzende Ilona Raiser. Sein Ratsmandat will Barth aber behalten. Und auch den Posten als Fraktionschef.

12.06.2012
  • Volker Rekittke

Tübingen. „Ich bin auf das Gemeinwohl vereidigt, nicht auf das Vereinswohl.“ So begründet Prof. Dieter Barth im TAGBLATT-Gespräch, warum er Sprecher der mittlerweile nur noch zweiköpfigen UFW-Fraktion im Gemeinderat bleiben will, obwohl er seine Vereinsmitgliedschaft jetzt fristlos gekündigt hat. Hintergrund sind Äußerungen der UFW-Vorsitzenden Ilona Raiser, die selbst kein Ratsmitglied ist.

Dem TAGBLATT hatte Raiser gesagt: „Die Fraktion krankt seit Barth, und es nervt mich tierisch, dass wir da vom Verein aus nichts tun können.“ Und weiter: „Viele Leute sagen, er habe die UFW so geschädigt, dass wir über einen Ausschluss nachdenken sollten.“

Das ist nun nicht mehr nötig. Barth hat genug vom „Vereinsgezänk“. Den Mitgliedern will er nur noch ein letztes Mal „Rede und Antwort“ stehen, dann ist Schluss: Künftig müsse die UFW-Basis „den Kontakt zu mir suchen“, wenn sie etwas wissen will. Zu Raisers Vorwürfen will er sich nicht mehr groß äußern: „Ich schmeiße nicht gerne Dreck auf andere – da macht man sich erstmal selbst die Finger schmutzig.“

Ilona Raiser zeigt sich auf Nachfrage „überrascht“, dass Dieter Barth sein Mandat und vor allem den Fraktionsvorsitz behalten will. „Das ist doch Kindergarten“, entfährt es der Vorsitzenden am Telefon. Barth müsse nach seinem Vereinsaustritt „ganz klar“ beide Ämter niederlegen, so Raiser: „Das entspricht den politischen Gepflogenheiten.“ Der Verwurf, dass Barth bei seiner Gemeinderatsarbeit Verein wie auch Fraktion schade, weil er nicht die Ziele der UFW vertrete, sei nicht nur ihre persönliche Meinung – sondern die des etwa 40 Mitglieder starken Vereins.

Nach den jüngsten, öffentlich ausgetragenen Kontroversen habe Dieter Barth ein klärendes Gespräch mit dem Vorstand verweigert, dafür eine außerordentliche Mitgliederversammlung gefordert. Die hätte nun Mitte Juli, „nach der EM“, stattfinden sollen, sagt Raiser.

Dass der Fraktionschef ohne Vorwarnung das Vereins-Handtuch wirft, erweckt bei ihr den Eindruck, „dass Herr Barth nahezu panikartig die UFW verlässt“. Das wiederum unterstreiche nur die Vorwürfe, die an der Basis gegen ihn erhoben wurden. Barth habe „auf der UFW-Liste kandidiert und ist natürlich der Vereinigung und ihren Zielen verpflichtet – und nicht nur dem Allgemeinwohl.“

Von den drei UFW-Räten, die 2009 gewählt wurden, ist mittlerweile keiner mehr im Gemeinderat. Als erster rückte Dieter Barth im Juli 2010 für Thomas Truffner nach. Nur drei Monate verabschiedete sich UFW-Stimmenkönig Gerhard Kehrer, für den Jürgen Steinhilber kam.

Im Mai diesen Jahres dann der dritte Wechsel: Auf Jürgen Höritzer folgte Ursula Welz. Nachrücker Steinhilber wiederum sagte sich bereits 2011 von der UFW-Riege los und sitzt seitdem als Fraktionsloser im Rat: „Mit dem Professor Barth war beim besten Willen keine politische Linie mehr hinzukriegen – ich hab’s aufgegeben.“

Sollte Barth entgegen seiner Erklärung, bis zur nächsten Kommunalwahl 2014 durchzuhalten, nun doch noch zurücktreten, wäre Ilona Raiser laut Wahlliste seine Nachfolgerin. Das spiele bei ihrer Rücktritts-Forderung an Barth jedoch „keine Rolle“, betont sie. Barth sieht das ganz anders: „Nur um die ehrgeizigen Pläne von Frau Raiser zu befriedigen, lege ich mein Mandat nicht nieder.“

Ob Barth allerdings den Fraktionsvorsitz weiter ausüben kann, hänge nicht allein von seinem Willen ab, erklärt Raiser: „Jetzt liegt es bei Ursula Welz“ – dem letzten UFW-Vereinsmitglied in der Gemeinderatsfraktion.

Archivbilder

Zoff in der UFW geht weiter
Dieter Barth

Zoff in der UFW geht weiter
Ilona Raiser

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12.06.2012, 12:00 Uhr

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