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Zu brav, zu lieb, zu angepasst
Foto: dpa
Ilse Aigner

Zu brav, zu lieb, zu angepasst

Als Ilse Aigner vor drei Jahren von Horst Seehofer aus dem Bundeskabinett zurück nach Bayern kommandiert wurde, galt „die Ilse“, wie sie in der Partei genannt wird, als Seehofers Geheimwaffe. Ihre Funktion: Neutralisierung des unbändigen Emporkömmlings Markus Söder.

03.11.2016
  • PATRICK GUYTON

München. Jetzt bringen sich die „Alpha-Tiere“ der CSU in Stellung. Für den Parteivorsitz, für einen möglichen Posten als CSU-Superminister im Bundeskabinett, und womöglich für den MP-Job in der Münchner Staatskanzlei. Alle Prinzlinge im Hofstaat werden nun durchgespielt: Finanzminister Söder, Innenminister Joachim Herrmann oder auch Manfred Weber, der jetzige CSU-Abgesandte im EU-Parlament. Ein Name aber taucht nicht auf: Ilse Aigner.

Zu brav, zu lieb, zu angepasst. Und deshalb abgeschrieben. Während es den CSU-Männern gelingt, sich groß zu inszenieren, wirkt die Wirtschafts- und Energieministerin seltsam klein. Als Söder in München Umweltminister wurde, pries er sein Haus als „Lebensministerium“ an. Im Finanzressort, so meint er, sitzt er an den wichtigsten Schalthebeln. Aigner gelingt das nicht. Sie plagte sich mit der Energiewende und Stromtrassen. Sie leitete Runde Tische mit Windradbefürwortern und -gegnern. Sie scheiterte. Und Seehofer gab den Retter, zog nach Berlin, setzte sich in der Koalition mit den Erdkabeln durch.

Dabei ist Aigner sogar stellvertretende Ministerpräsidentin und damit die zweite Person in der Regierungs-Nomenklatura. Sie führt den mächtigsten CSU-Bezirk Südbayern an. Gerade dort aber stellt sich Söder immer breiter auf. Im März hatte sie einen Anflug von Machtwillen gezeigt. Da meinte sie, sie würde eine gute Ministerpräsidentin abgeben. Horst Seehofer verbat sich daraufhin von ihr, was er selbst mit am liebsten macht: das Anheizen von Personalspekulationen.

Patrick Guyton

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03.11.2016, 06:00 Uhr

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