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Lohngleichheit

Zu kurz gesprungen

Gut gemeint, aber nicht gut gemacht – so lässt sich der Gesetzentwurf von Familienministerin Manuela Schwesig für mehr Lohngerechtigkeit kurz charakterisieren.

12.01.2017
  • DIETER KELLER

Ihr Anliegen ist nachvollziehbar und ehrenwert. Der beste Anspruch auf gleiche Bezahlung bringt Frauen nichts, wenn sie nicht wissen, was ihre männlichen Kollegen verdienen, und die ihre Gehälter nicht ausplaudern.

Doch das per Gesetz zu ändern, ist schwierig, wenn nicht andere Grundsätze verletzt werden sollen. Etwa der Datenschutz, der eine Auskunft über das Entgelt einzelner Kollegen verbietet. Eine solche Offenheit ist in Deutschland nicht üblich, und das sollte auch der Gesetzgeber nicht einfach ändern. Mit Auskünften über größere Gruppen von Mitarbeitern wären kleinere Unternehmen überfordert. Daher beschränkt Schwesig das Informationsrecht auf Firmen mit mehr als 200 Mitarbeitern, die nicht einmal die Hälfte aller Arbeitnehmer beschäftigen. Wo bleibt da die Gleichheit?

Zudem lässt das Gesetz vage, was zum Lohn gehört und wie große Unterschiede zulässig sind. Das ist nur ein Arbeitsbeschaffungsprogramm für Arbeitsgerichte. Größere Unternehmen sollen regelmäßig ihre Entgeltstrukturen überprüfen. Aber das ist letztlich freiwillig und damit ein frommer Wunsch. Dafür braucht es kein Gesetz, sondern nur guten Willen.

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12.01.2017, 06:00 Uhr

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