Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Geistliche Nutzung gesucht

Zuerst will die Kirche die „Hügelei“ aber gründlich sanieren lassen

Was wird aus dem ehemaligen Karmelitinnenkloster in der Tübinger Neckarhalde? Die katholische Diözese weiß es noch nicht. Das Problem: Das Haus muss einem „geistlichen Zweck“ dienen.

23.08.2012
  • Ulrike Pfeil

Tübingen. Vor zwei Monaten ist die letzte Nonne aus der „Hügelei“ in der unteren Neckarhalde ausgezogen, in eine Wohnung der Kirche in Tübingen. Mehr als drei Jahrzehnte diente die stattliche Landhaus-Villa am Hang über dem Schlossbergtunnel einer Tübinger Zelle des Karmelitinnen-Ordens als Kloster. Doch in den letzten Jahren schrumpfte die Zahl der Nonnen; die drei letzten konnten – wie berichtet – das Haus aus Altersgründen nicht mehr umtreiben. Zwei von ihnen leben jetzt in Wohnungen im Luise-Poloni-Heim in Lustnau.

Noch ist das Gebäude, das der katholischen Diözese Rottenburg-Stuttgart gehört, nicht ausgeräumt. Die Karmelitinnen unterhielten dort unter anderem ein Archiv mit Materialien zu Edith Stein, der Namenspatronin ihres Karmel. Die Jüdin und Philosophin konvertierte zum katholischen Glauben und wurde selbst Karmelitin. 1942 wurde sie von den Nazis in Auschwitz ermordet. Der Edith-Stein-Karmel ist, wie der Pressesprecher der Diözese Uwe Renz erklärt, „de facto aufgelöst, juristisch noch nicht“. Das Letztere sei kirchenrechtlich etwas kompliziert.

Was sie nun mit dem Haus anfangen kann, weiß die Kirche aber noch nicht. Es wurde der Diözese von der früheren Besitzerin, einer Freifrau von Hügel, vermacht. Ähnlich wie beim Theodor-Haering-Haus, ebenfalls in der Neckarhalde, das der Stadt Tübingen gehört, ist das Erbe an eine Auflage gebunden. Die Hügelsche Villa soll einer „geistlichen Nutzung“ dienen. Sie kann also nicht einfach beispielsweise in ein Wohnheim umgewandelt werden. Die Diözesanleitung bemühe sich, so Renz, eine entsprechende „geistliche Gemeinschaft“ zu finden; konkret sei noch nichts entschieden.

Bevor das Gebäude eine neue Zweckbestimmung erhält, muss es jedoch gründlich saniert werden: Elektrische Leitungen, Wasserleitungen, Heizung, sanitäre Einrichtungen und Fenster sind in schlechtem Zustand. „Mit 100 000 Euro ist da noch gar nichts getan“, zitiert Renz einen Bauexperten des Bischöflichen Ordinariats in Rottenburg. Für die Diözese sei es „sicher eine Herausforderung“, mit dem Haus im Sinne der Erblasserin kreativ umzugehen, und dann auch noch Wirtschaftlichkeitskriterien zu genügen.

Zuerst will die Kirche die „Hügelei“ aber gründlich sanieren lassen
Ein Schmuckstück mit Aussicht, allerdings sehr renovierungsbedürftig: Die Hügelsche Villa steht nach dem Auszug der Karmelitinnen vorerst leer. Archivbild: ST

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

23.08.2012, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball