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Zugabteile nur für Frauen
Entspannter Bahnfahren, wenn nur Frauen im Abteil sind? Zwischen Leipzig und Chemnitz soll dies möglich sein. Foto: © Frank Wagner - fotolia.com
Privatbahn in Sachsen führt Extraplätze in ihren alten Waggons ein

Zugabteile nur für Frauen

Abteile im Zug nur für Frauen bietet eine private Bahngesellschaft zwischen Leipzig und Chemnitz jetzt an. Der Zweck: Weibliche Pendler sollen sich nachts beim Bahnfahren sicherer fühlen.

05.04.2016
  • HARALD LACHMANN

Leipzig. Sachsen ist immer für eine Überraschung gut. Und nach den jüngsten rechtskonservativen Ereignissen sowie dem starken Zulauf für eine AfD, die die Frau wieder ein Stück weit in alte Rollenbilder zwängen will, ist es eigentlich keine Überraschung: Seit kurzem gibt es in den Zügen, die die Mitteldeutsche Regiobahn zwischen Leipzig und Chemnitz pendeln lässt, Frauenabteile.

Konkret handelt es sich um zwei Kupees (Abteile) pro Expresszug, die einzig Mädchen und Frauen vorbehalten sind. Sie liegen direkt neben der Dienstkoje des Zugpersonals und sollen nach den Worten der Bahngesellschaft so vor allem nachts bei Frauen, die alleine unterwegs sind, das "Sicherheitsgefühl stärken".

Offenbar kommt die Transdev Regio Ost, Tochter eines französischen Verkehrskonzerns, damit durchaus Fahrgastwünschen nach. Denn die Waggons auf dieser Strecke wirken ebenso antiquiert wie jene Geschlechtertrennung: eher düster beleuchtet, lange Gänge, von denen viele Türen in schummrige Séparées führen. Kein Vergleich zu heutigen Großraumabteilen, von denen es in diesem Zug nur eines gibt. Und das ist schnell voll.

Ein Novum im heutigen deutschen Eisenbahnverkehr bilden die Frauenabteile dennoch, zumal bei mancher Passagierin womöglich nur eine imaginäre Angst mitfährt. Denn von sexuellen Belästigungen zwischen Chemnitz und Leipzig ist zumindest offiziell bisher nichts bekannt geworden. So erregt man sich auch quer durch die sächsischen Parteien über jene "Stationen zurück ins Mittelalter", wie man es bei der Linken nennt.

Auch die Deutsche Bahn in Sachsen verweigert sich solchen "Damenabteilen", wie sie die österreichische ÖBB schon vor Jahren in Fern- und Nachtzügen eingerichtet hat. Noch rechnet man hierzulande nicht mit Nachahmern.

Und doch zeigt ein Blick in die Social-Media-Welt, wie Frauen verstärkt über nächtliche Anmachen im Zug klagen. So sollte es nicht verwundern, wenn doch weitere Schienenanbieter nachziehen - und sei es auch nur, um neue Fahrgäste anzulocken.

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05.04.2016, 06:00 Uhr

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