Tübingen · Vor der Premiere

Zugang zu Emotionen wecken

Ab morgen beschäftigt sich das ITZ wieder mal mit der Klimakrise – nachdenklich, aber auch humorvoll.

25.11.2022

Von ST

Kunst in der Krise: Regisseurin Magdalena Schönfeldt.Bild: ITZ

Kunst in der Krise: Regisseurin Magdalena Schönfeldt.Bild: ITZ

Die Produktion am ITZ fragt sich nach der eigenen Verantwortlichkeit für die übertragenen und buchstäblichen Feuer in der Welt. Dramaturgin Jana Gmelin sprach mit der Regisseurin über das Solo mit Morris Weckherlin.

Die Theaterautorin Laura Naumann hat das Stück für das ITZ geschrieben. Wie ist es zu Titel und Inhalt gekommen?

Magdalena Schönfeldt: Bereits lange vor Probenbeginn haben wir uns im gesamten Kreativteam getroffen und ganz frei über mögliche Themen für dieses Stück gesprochen – vor allem über das, was uns individuell beschäftigte. Schnell sind wir auf das unvermeidbare Thema der Klimakrise gekommen und unsere ganz persönlichen Gedanken und Gefühle dazu. Daraus entstand dann die Idee für das Stück, für die Figur und die Handlung. Wir wollten ein Stück machen, das nicht nur Fakten aufzeigt, die wir sowieso kennen, sondern ein Kunstwerk schaffen, in dem sich die Zuschauenden wiedererkennen können. Laura Naumann hat nach diesem Prozess dann das Stück geschrieben und diesen so metaphorischen wie nicht metaphorischen Titel gefunden. Mehr dazu dann im Theater!

Das Stück setzt sich mit der Klimakrise auseinander. Wie macht es das?

Wir zeigen an einer exemplarischen Geschichte, wie ein einzelner Mensch mit dieser Krise umgeht. Unsere Hauptfigur ist dabei selbstkritisch und steht nicht über den Dingen. Sie setzt sich auf eine humorvolle, aber auch zynische Art mit dem Leben in dieser Welt auseinander. Dadurch konnten wir uns gut in ihr wiederfinden: Sie macht irgendwie das Beste aus der sich verändernden Welt, scheitert, ist traurig über nötige Einschränkungen und Veränderungen und versucht es wieder. Das kennen wir ja alle – zu fliegen und Plastikstrohhalme zu verwenden macht schließlich einfach Spaß!

Wie kann man im Angesicht der Krise eigentlich Kunst machen?

Gerade in Krisenzeiten muss man Kunst machen! Die Menschen haben schon immer Kunst in schwierigen Zeiten gemacht. Es kann Trost spenden, ablenken, oder uns eben auch einen Spiegel vor Augen führen. Kunst allgemein kann immer auch ein Wegweiser sein. Gerade im Theater, wo wir immer Geschichten erzählen, können wir einen Zugang zu Emotionen wecken, die wir auch jetzt, wo Verdrängung oft ganz gut tut, nicht vergessen dürfen.

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Erstellt:
25.11.2022, 01:00 Uhr
Lesedauer: ca. 2min 07sec
zuletzt aktualisiert: 25.11.2022, 01:00 Uhr

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