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Zukunftsberuf Landwirt
Die Landwirte in Deutschland haben gute Aussichten: Einer Umfrage zufolge gilt der Landwirt als einer der Zukunftsberufe. Das ändert allerdings nichts daran, dass es Probleme mit dem Image der Landwirtschaft gibt. Foto: dpa
Umfrage

Zukunftsberuf Landwirt

Bei den Bürgern genießen die Bauern ein hohes Ansehen. Doch es gibt auch Kritik. Die richtet sich vor allem gegen Massentierhaltung und industrielle Produktionsweisen.

05.04.2017
  • DIETER KELLER

Unter den wichtigsten Zukunftsberufen stehen Landwirte weit vorn, nämlich an zweiter Stelle – nach den Ärzten, aber noch vor den Polizisten und Lehrern. Das ergab eine Emnid-Studie für den Deutschen Bauernverband. Ganz hinten bei der Befragung von 1000 repräsentativen Bundesbürgern ab 14 Jahren, welche Berufe „auch in der Zukunft besonders wichtig sein werden“, landeten Verkäufer und Journalisten.

Gegenüber der letzten Befragung 2012 – sie wird seit 1997 alle fünf Jahre durchgeführt – haben die Landwirte sogar einen Platz gut gemacht und damit die Lehrer überholt, die deutlich zurückfielen. Daher sieht der Präsident des Deutschen Bauernverbands, Joachim Rukwied, die Öffentlichkeitsarbeit der Landwirte auf dem richtigen Weg: „Die Bauernfamilien stehen in der Mitte der Gesellschaft“, sagte er bei der Vorstellung der Umfrage in Berlin. Er zeigte sich überrascht über den hohen Stellenwert, den die Versorgung mit Lebensmitteln bei den Bürgern hat.

Die Umfrage zeigt aber auch Schattenseiten. Zwar bekennen nur 12 Prozent, sie hätten ein eher oder sehr negatives Bild von den Bäuerinnen und Bauern. Aber die „moderne Landwirtschaft“ sieht jeder Dritte kritisch; also Massenställe und industrielle Produktionsweisen. Das Ergebnis zeige den Informationsbedarf, gab Rukwied zu. „Wir müssen als Berufsstand besser kommunizieren.“ Von der industriellen Landwirtschaft nahm er nur vorsichtig Abstand: Die Größe der Tierhaltung hänge nicht mit der Qualität zusammen.

Was den Bürgern suspekt ist, zeigt die Frage, welche Eigenschaften Landwirte haben sollten: „Mit ihren Tieren verantwortungsvoll umgehen“, steht für 88 Prozent an erster Stelle, gefolgt von „Nahrungsmittel von hoher Qualität produzieren“, „umweltbewusst wirtschaften“ und „die Landschaft pflegen und erhalten“. Am unwichtigsten ist den Befragten, dass die Bauern preiswerte Nahrungsmittel produzieren – und die Zustimmung hierzu hat innerhalb von fünf Jahren deutlich abgenommen.

Zu denken geben muss den Landwirten, dass Wunsch und Wirklichkeit bei der Einschätzung ihrer Arbeit deutlich auseinanderklaffen. Nur jeder fünfte Befragte billigt ihnen zu, sie produzierten tatsächlich ohne Raubbau an Boden, Wasser und Luft. Nur wenig besser fällt das Urteil aus, dass sie umweltbewusst wirtschaften. Nicht einmal jeder Dritte hat den Eindruck, dass sie mit ihren Tieren verantwortungsvoll umgehen. Am meisten geschätzt wird indes, dass die Bauern die Verbraucher mit Produkten aus der Region versorgen und dass sie hohe Qualität liefern.

Umweltschutz und Ernährung

Mit welchen Problemen die Landwirte zu kämpfen haben, ist den Bürgern durchaus bewusst. An erster Stelle nennen sie die Schwierigkeit, einen Nachfolger zu finden, gefolgt von der unsicheren Preis- und Einkommenssituation sowie der Bürokratie. Nach Subventionen wurde ebenso wenig gefragt wie nach den Mühen, einen Partner zu finden, – letzteres ist wohl Sache einer Fernsehshow.

Wichtigste Informationsquelle über die Landwirtschaft ist das Fernsehen, gefolgt vom Direkteinkauf sowie vom Wochenmarkt. Letztere haben in den letzten fünf Jahren ebenso an Bedeutung gewonnen wie Gespräche mit Landwirten und Besuche auf einem Bauernhof. Immer wichtiger werden zudem Internet und soziale Medien, allerdings nur für die Jüngeren bis 29. Jeder dritte Befragte gibt zu, er lasse sich in seinem Ernährungsverhalten durch die Berichterstattung in den Medien beeinflussen. Unter den Frauen sind es deutlich mehr als unter den Männern. Die Medienberichte halten 58 Prozent für ausgewogen. 28 Prozent beurteilen sie als zu negativ, 10 Prozent als zu positiv.

In der Schule taucht das Thema Landwirtschaft zu wenig auf, beklagen drei Fünftel der Befragten – und wenn, dann bekommen die Schüler kein realistisches Bild vermittelt. Besonders wichtig sind allen Befragten dabei die Themen Umweltschutz und richtige Ernährung.

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05.04.2017, 06:00 Uhr

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