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Kein schneller Bus

Zum Flughafen weiter durch den Schönbuch

Die Grünen scheiterten am Mittwoch im Kreistag mit dem Antrag, eine Schnellbuslinie von Tübingen über die Fildern zum Stuttgarter Flughafen und zur Messe einzurichten.

24.07.2015
  • ran

Kreis Tübingen. Der Kreistagsmehrheit war ein Zuschuss von 365.000 Euro im Jahr, der voraussichtlich für eine Schnellbuslinie entlang der B27 fällig würde, zu teuer. Vor allem aber fürchtete sie, das neue Angebot könnte die bestehende Buslinie von Tübingen durch den Schönbuch über Bebenhausen, Dettenhausen und Waldenbuch gefährden. Sie trägt sich der vielen Fahrgäste wegen bislang selbst.

„Es geht darum, die Leute möglichst schnell in den Raum des Verkehrsverbunds Stuttgart zu bringen.“ So begründete Markus Gollter (Grüne), weshalb sich seine Fraktion eine dritte, mittlere Verbindung nach Stuttgart neben dem Bus durch den Schönbuch und der Bahnlinie über Plochingen wünscht. Es gebe die Möglichkeit, Lücken zu schließen, zumal das Land vom Jahr 2016 an die Hälfte des Zuschussbedarfs übernehmen würde. „Wir glauben an das Potenzial einer solchen Linie“, erklärte Goller. Fahrtzeiten des Schönbuch-Busses von 54 bis 67 Minuten für 22 Kilometer Luftlinie scheinen den Grünen nicht attraktiv – schon gar nicht für Pendler.

Allerdings würde der Expressbus mangels Extra-Spur morgens und abends wie alle anderen Autos auf der B 27 im Stau stehen, hielt Landrat Joachim Walter entgegen. Der Expresso von Reutlingen brauche 40 Minuten zum Flughafen, „unser Airportsprinter“ 48 Minuten – „so groß ist der Unterschied nicht“, fand der Erste Landesbeamte Hans-Erich Messner. Dafür werde die Schönbuch-Linie womöglich geschwächt: „Die Nachteile überwiegen die Vorteile.“

Michael Lucke (SPD) sah ein „klassisches Dilemma“: Die Argumente der Grünen und die der Kreisverwaltung seien beide stichhaltig. Seine Fraktion schlug sich überwiegend auf Seiten der Grünen. Einzelne Mitglieder lehnten den Antrag jedoch zusammen mit CDU, FWV und FDP ab.

Gisela Kehrer-Bleicher (Linke) schlug vor, noch einmal mit der Region Stuttgart zu verhandeln. Es wollten schließlich nicht nur Leute aus Tübingen zum Flughafen fahren, sondern es gebe auch Einpendler aus dem Raum Stuttgart. Das bewertete der Landrat aber als weitgehend chancenlos: „Ich glaube nicht, dass die Region Stuttgart die Spendierhosen anzieht.“ Aus Sicht des Dettenhäuser Bürgermeisters Thomas Engesser (CDU) ist das Risiko für die Schönbuchlinie als wichtigen Wirtschaftsfaktor für Bebenhausen und Dettenhausen zu groß. „Schnell und zuverlässig geht anders“, fand Dietmar Schöning (FDP): „Für 365.000 Euro Defizit gäbe es noch viele schöne Dinge, die man machen könnte.“ Auch Mössingens OB Michael Bulander (FWV) riet ab, eine sich selbst tragende Linie auszudünnen.

Der hilfsweise gestellte Antrag der Grünen, ein Gutachten über die Chancen und Risiken einer Filder-Linie in Auftrag zu geben, wurde ebenfalls abgelehnt.

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24.07.2015, 12:00 Uhr

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