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Der Tag an dem Bücher zu leben anfangen

Zum bundesweiten Vorlesetag las Saskia Esken in der Grund- und Werkrealschule aus dem Buch „Das verkaufte Glück“

Still war es gestern in der Sulzer Grund- und Werkrealschule. Zum bundesweiten Vorlesetag war die Bundestagsabgeordnete Saskia Esken gekommen, um den Schülern der achten und zehnten Klasse aus dem Buch „Das verkaufte Glück“ von Manfred Mai vorzulesen.

21.11.2015

Sulz. Im letzten Jahr war die damalige neunte Klasse der Sulzer Grund- und Werkrealschule auf Klassenfahrt in Berlin, besuchte dort auch den Bundestag und traf mit der SPD-Bundestagsabgeordneten Saskia Esken aus dem Wahlkreis Nagold/Freudenstadt zusammen. Und da in der jetzigen zehnten Klasse auch viele Schüler aus Empfingen im Landkreis Freudenstadt sind, bot es sich an, dass Esken nunt zum Vorlesetag nach Sulz kam.

Den Kontakt stellte die Sportlehrerein Bettina Wiebe aus Horb her, die Esken auch zusammen mit Schulleiterin Monika Schneider gestern willkommen hieß. Im Musiksaal der Schule warteten die Schüler schon ungeduldig. Saskia Esken erzählte ein bisschen von ihrer Bundestagsarbeit, schlug den Bogen von ihrem mitgebrachten Buch „Das verkaufte Glück“ zur heutigen Flüchtlingssituation, wo sich auch Menschen aus weit entfernten Ländern auf den Weg machten, um in der Fremde Schutz zu finden vor Bomben und vor Krieg.

Das Buch befasst sich mit dem Schicksal von zwei Brüdern, die zu Fuß von Südtirol über die schneebedeckten Alpen gewandert sind, um vom Frühjahr bis zum Herbst bei reichen Bauern zu arbeiten. Die so genannten Schwabenkinder wurden von armen Bergbauern in Tirol, Vorarlberg der Schweiz und auch Liechtenstein zu den Kindermärkten hauptsächlich nach Oberschwaben geschickt, wo sie von reichen Bauern für eine Saison als billige Arbeitskräfte ersteigert wurden.

Das Ende bleibt offen

Meist am Martinstag durften sie dann wieder ihren beschwerlichen Heimweg antreten. Diese Kindermärkte gab es unter anderem in Kempten, Ravensburg, Friedrichhafen, Wangen oder Tettnang. Die Kindermärkte wurden während des Ersten Weltkrieges abgeschafft, das Ende der Schwabenkinder kam erst mit Einführung der Schulpflicht in Württemberg im Jahre 1921.

In dem Buch „Das verkaufte Glück“ wird die Geschichte von Jakob und seinem jüngeren Bruder Kilian erzählt, die in löchrigen Schuhen über verschneite Bergpässe stapfen, hungrig und frierend, die in Ställen übernachten und fast nichts zu essen haben. Auf dem Kindermarkt wird Jakob von seinem Bruder getrennt, weil ihre ersteigernden Bauern nur einen Buben wollen. Esken sagte, dass „vorlesen eine ganz tolle Sache ist, weil man dabei seine eigenen Fantasie entwickeln kann.“ Und das konnten die Schüler bei der Geschichte von Jakob und Kilian dann auch, die kurz vor Weihnachten wieder zu Hause ankommen, von Kopf bis Fuß in neuer Kleidung, mit Essen und ihrem spärlichen Lohn. Die Frage, die sie sich die beiden Buben stellen, ob sie nächstes Jahr wieder ins Schwabenland zum Arbeiten gehen müssen, bleibt im Buch unbeantwortet, und so blieb auch bei den jungen Zuhörern gestern viel Raum für Fantasie. kpd

Zum bundesweiten Vorlesetag las Saskia Esken in der Grund- und Werkrealschule aus dem Buch „Das
Die Bundestagsabgeordnete Saskia Esken las den Schülern der GWRS vor.Bild: kpd

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21.11.2015, 12:00 Uhr

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