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Baden macht Probleme

Zur Geschichte des Baggersees Kirchentellinsfurt

Kaum war die Kiesgrube der Firma Epple mit Wasser gefüllt, strömten Badegäste aus nah und fern an das neue Gewässer. Die Gemeinde hatte fortan nicht nur eine Attraktion, sondern auch viele Probleme.

20.10.2012
  • Sabine Lohr

Sie baggerte und baggerte und verdiente sich damit ihr Geld: Die Firma Karl und Ernst Epple schaffte seit 1929 den Kies aus dem Neckartalboden und verkaufte ihn. Die Grube, die sie damit schuf, wurde immer größer und füllte sich nach und nach mit Wasser. Neun Hektar hat heute die Fläche des Sees.

Seit 1969 ist aus der gefüllten Grube ganz offiziell ein See geworden: Das Landratsamt erteilte damals die wasserrechtliche Genehmigung. Dass sich in dem See wunderbar und kostenlos baden lässt, sprach sich schnell herum. Schon in den 60er-Jahren strömten die Gäste auch aus dem weiteren Umfeld heran. Mit ihren Autos fuhren sie direkt ans Ufer, packten Zelte aus und Liegestühle, machten Lagerfeuer und hinterließen viel Müll. Schnell kam jemand auf die Idee, mit den Gästen ein Geschäft zu machen und baute einen Kiosk auf.

Aber mit den Gästen kamen auch die Ansprüche: Die Wiesen waren ihnen zu schlecht gemäht, der Müll wurde nicht weggeräumt, es gab keine Toilette. Die Gemeinde pachtete die Wiesen von den Eigentümern an, mähte sie, stellte einen Toilettenwagen auf, sorgte für eine Überwachung des Badebetriebs durch die DLRG, installierte Mülleimer und baute Grillstellen. Dafür verlangte sie fortan aber auch eine Parkplatzgebühr.

Mitte der 80er-Jahre – die Bundesstraße war inzwischen zur schnellen Verbindung von und nach Stuttgart geworden – legte die Gemeinde ein Stück vom See entfernt einen Parkplatz an und schaffte als einzigen Zugang an der Waldseite eine Unterführung für Fußgänger. Gleichzeitig sperrte sie das Südufer für die Gäste – es sollte der Tierwelt vorbehalten werden.

Für weitere Maßnahmen sah die Gemeinde das Land in der Pflicht. Das aber lehnte sowohl die von der Firma Epple beantragte Enteignung als auch jegliche finanzielle Unterstützung ab. Auch die Suche nach einem Investor ging schief: Ein Gutachter stellte 2008 fest, dass sich ein Hotel am See nicht lohnen würde.

Zur Geschichte des Baggersees Kirchentellinsfurt
Auch so sah es am Baggersee einmal aus: 1971 parkten die Besucher ihre Autos auf den Wiesendirekt am See.Archivbild: Grohe

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20.10.2012, 12:00 Uhr

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