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Krimi

Zurück zu den eigenen Wurzeln

Mit „Im Wald“ kehren Nele Neuhaus und ihre Ermittler dorthin zurück, wo alles begann – in den Taunus.

09.11.2016
  • HELMUT PUSCH

Sie gehört zu den erfolgreichsten Krimi-Autorinnen Deutschlands, ihre Bücher werden in mehr als 30 Sprachen übersetzt. Nicht schlecht für eine Autorin, die ihre ersten Romane noch im Selbstverlag herausbringen musste – gegen den Willen ihres damaligen Mannes, der im Taunus eine Fleischfabrik umtrieb.

Wer mag sich an solche Anfänge zurückerinnern? Nele Neuhaus tut es in ihrem jüngsten Krimi „Im Wald“, dem achten Fall ihres Ermittlerduos Bodenstein/Sander. Den lässt sie just dort spielen, wo sie einst selbst wohnte – in Ruppertshain im Taunus.

Doch nicht nur für die Bestseller-Autorin ist es eine Rückkehr, eine Wendung in die eigene Vergangenheit, die mutet die Autorin auch ihrem Kommissar Oliver von Bodenstein vom K11 aus Hofheim zu. Denn der hat auch Ruppertshainer Wurzeln, wuchs dort auf dem elterlich-gräflichen Gutshof auf und wird in „Im Wald“ mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert.

Auf einem Campingplatz bei Ruppertshain geht ein Wohnwagen in Flammen auf, darin verbrennt ein Mensch, und kurz darauf wird die Mutter des Opfers ermordet. Die Frau war schwer krebskrank und hatte nur noch wenige Tage zu leben. Bodenstein ist erschüttert, er kannte die Frau seit seiner Kindheit. Was wollte der Täter mit dem Mord vertuschen?

Diese Frage führt Oliver von Bodenstein und Pia Sander in die Vergangenheit, genauer in den Sommer des Jahres 1972, als Bodensteins bester Freund Artur spurlos verschwand. Ein Kindheitstrauma, das er nie überwand und für viele Ruppertshainer eine alte Geschichte, an der man besser nicht rührt.

Was diese Geschichte so interessant macht: Arthur war ein Außenseiter. Seine Familie, die als Deutschstämmige aus der Sowjetunion ausreisen durfte, ist in dem Taunusdörfchen niemals angekommen, die „Russen“ werden geschnitten, der zwölfjährige Arthur von den älteren Dorfjugendlichen gequält. Nur Oliver von Bodenstein nimmt sich des Außenseiters an, bietet den Quälgeistern die Stirn und lässt seinen Freund nur ein einziges Mal ohne Begleitung nach Hause laufen, weil er im Fernsehen die neue Folge der Serie „Bonanza“ sehen will. Doch zuhause kommt Arthur nie an.

Die Reise in die eigenen Vergangenheit wird so für den Kommissar auch zu einer Reise in die deutsche Psyche. Helmut Pusch

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09.11.2016, 06:00 Uhr

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