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Städtebau

Zwei Fliegen mit einer Klappe

Waiblingen bündelt Justizeinrichtungen und schafft gleichzeitig Raum für neue Wohnungen.

06.03.2018
  • UWE ROTH

Waiblingen. Eine mehrere Hektar große Brachfläche in der Innenstadt zur Verfügung zu haben, ist in der Region eine Rarität. In der Stadt Waiblingen ist 2015 der Glücksfall eingetreten. Damals riss der Rems-Murr-Kreis sein Krankenhaus ab. Ein neues zentrales Klinikum war zuvor in Winnenden in Betrieb genommen worden. Die Freifläche löste sogleich Begehrlichkeiten nicht nur seitens des Kreistags und des Waiblinger Gemeinderats, sondern auch bei der Landesverwaltung aus.

Tatsächlich kommt jetzt das Justizministerium zum Zuge: Es baut auf dem Gelände ein neues Amtsgericht. Zuvor hatte die Behörde gleich daneben schon das ehemalige Schwesternwohnheim am Rand des Areals komplett für die Anforderungen eines Grundbuchamts umgebaut – das zog 2016 ein.

Momentan ist die Justizbarkeit in der Stadt auf sechs Standorte verteilt. Die werden nun auf dem ehemaligen Klinikareal zusammengeführt. Und das ohne Fläche zu verbrauchen: Denn das Gebäude soll auf eine bestehende Tiefgarage gebaut werden. Das erste Parkdeck liegt ebenerdig und muss für das Erdgeschoss des geplanten Amtsgerichts geräumt werden. Die Stockwerke darunter bleiben aber erhalten. Richard Sigel, Landrat des Rems-Murr-Kreises, sieht darin eine Innovation: „Mit der Bebauung der Tiefgarage können unter Wahrung ökologischer Interessen zusätzliche Nutzflächen geschaffen werden“, lobt er in einer gemeinsamen Erklärung mit der Stadt und dem Amtsgericht. „Das Projekt hat in Zeiten des immer weiter steigenden Flächenbedarfs Modellcharakter für die Region Stuttgart“, so Sigel. Es zeige, „wie die vielfältigen Interessen in den Ballungszentren miteinander in Einklang gebracht werden können“.

In der Vergangenheit war auf dem Gelände schon vieles vorgesehen gewesen, die Pläne aber verworfen worden: Justizzentrum, Polizei, Fachhochschule oder auch der Sozialbereich des Landratsamts. Diese Gebäude wären neben der Tiefgarage entstanden – und hätten Fläche verbraucht. Auf die jetzt gefundene Lösung kamen die Planer wohl erst jetzt. Somit sei mehr Raum für eine Wohnbebauung frei geworden, heißt es vonseiten des Landratsamts. Im Januar sind entsprechende Verträge für den Bau von vorerst 200 Wohnungen unterzeichnet worden.

Waiblingens OB Andreas Hesky (Freie Wähler) freut sich nicht nur auf die zusätzlichen Wohneinheiten auf dem attraktiven Innenstadtgelände, sondern auch auf die Gebäude, die durch das neue Amtsgericht später anders genutzt werden können. „Diese einer Nachnutzung zuzuführen, kann einen weiteren Schub für die Stadtentwicklung geben“, ist er überzeugt. Uwe Roth

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06.03.2018, 06:00 Uhr

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