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Hobbit-Urlaub auf dem Campingplatz

Zwei Holzhütten bieten eine Alternative zu Zelt und Wohnwagen

Um elf Uhr am Vormittag war Martin Eberle gestern noch nicht zu erreichen. Zu gut hat er in einer der beiden neuen Hüttchen auf dem Tübinger Campingplatz geschlafen. Trotzdem ist er gestern mit einer Einkaufsliste losgezogen, um die „Pods“ noch komfortabler zu machen.

21.08.2015
  • SABINE LOHR

Tübingen. „Hobbithäuser“ nennt Gabriele Eberle die beiden Bogen-Hütten, die ein Tieflader vor zwei Tagen auf dem Campingplatz angeliefert hat. Die Geschäftsführerin des Bürger- und Verkehrsvereins (BVV) – der den Platz von der Stadt pachtet – ist ganz hingerissen von den hölzernen Häuschen. „Die sind doch nett“, sagt sie wieder und wieder.

Sind sie wirklich. Zwar sind die „Pods“ nicht so luxuriös wie ein Wohnmobil, bieten aber doch den nötigsten Komfort: ein Doppelbett mit breiter Matratze, ein Tisch, zwei Sitzplätze und eine Bank mit viel Stauraum, die zum Gästebett umfunktioniert werden kann.

Dazu Strom, Lampen, ein Fenster und eine Flügeltür, die viel Licht ins Innere lässt. Vor der Hütte stehen auf einer kleinen, gepflasterten Terrasse mit Neckarblick ein Klapptisch und zwei Stühle. Wenn es kühler wird, sorgt ein Heizgerät für wohlige Wärme. „Es gibt sogar ein Leselämpchen am Bett“, sagt Eberles 24-jähriger Sohn Martin.

Er hat eine besondere Aufgabe bekommen: Er soll, sozusagen als Testhobbit, als Erster in einer der Hütten übernachten und am Morgen eine Liste machen mit allen Dingen, die er noch für nötig hält. Allzu lang ist sie nicht geworden: „Ein Fußabtreter, damit man nicht den ganzen Dreck reinschleppt. Ein Abfalleimer. Haken, um was aufhängen zu können. Und unbedingt Rollos.“

Geschlafen jedenfalls hat Martin Eberle „richtig gut“. Es sei auch überhaupt nicht zu warm gewesen, im Gegenteil: „Sehr angenehme Temperatur.“ Und das, obwohl sich den Tag über trotz der nicht gerade üppig scheinenden Sonne die Schindeln aus Dachpappe an den Außenwänden der Hütte gehörig aufgeheizt haben. Bei der ersten Besichtigung am Tag davor haben sich Martin und Gabriele Eberle überlegt, wie man‘s denn halten soll mit den Hütten. Was ist etwa mit dem Bettzeug? Müssen die Gäste das selber mitbringen? „Nein, das kann man hier mieten“, sagt Gabriele Eberle. Schließlich kämen ja viele Camper mit einem Schlafsack. Und die Endreinigung? „Ist im Preis inbegriffen. Man kommt, wohnt und geht wieder.“ Auf den Preis haben sich Eberle und die Platzwarte Petra und Thomas Henne auch schnell geeinigt: 58 Euro kostet die Hütte samt Strom in der ersten Nacht, für alle weiteren Nächte werden 48 Euro verlangt.

„Wir wissen bloß noch nicht, ob man auch einen Hund mitbringen darf“, sagt Gabriele Eberle. Schließlich gebe es ja Leute mit Hundehaar-Allergie. „Vielleicht eine Hütte mit und eine ohne Hund“, schlägt Martin Eberle vor, bevor er die zündende Idee hat: „Ein Hunde-Pod im gleichen Stil.“ Ob es so kommen wird, ist noch offen – zunächst bleiben die Hütten hundefrei.

Von der kommenden Woche an können die Hütten gemietet werden. Bis dahin steht noch einiges an Arbeit an: Das Holz braucht noch eine Lasur, damit es wetterfest ist. Die verwilderte Hecke muss gerichtet werden, der Zaun fehlt noch, ebenso ein „Bitte nicht rauchen“-Schild und die Gras-Aussaat.

Weil die Häuschen versetzt nebeneinander aufgestellt wurden, erweitert der spätere Rasen vor dem weiter hinten liegenden Pod dessen Terrasse um einiges. Dafür ist hinter dem anderen Pod ein Parkplatz. Beide Hütten liegen direkt am Neckarufer – und zu den Sanitäranlagen, dem Restaurant und der Küche ist es ein Katzensprung. „Die perfekte Lage“, findet Gabriele Eberle.

Nach getaner Einrichtungs- und Denkarbeit machten es sich Mutter und Sohn am Abend bei einem Glas Bier auf der Terrasse gemütlich. Als es dunkel wurde, brannte eine Kerze auf dem Tisch – Urlaubsfeeling mitten im heimischen Tübingen. „Sehr gemütlich alles“, urteilt Martin Eberle am nächsten Mittag.

Zwei Holzhütten bieten eine Alternative zu Zelt und Wohnwagen

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21.08.2015, 12:00 Uhr

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