Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
1200 Tiere auf einen Streich

Zwei Kleintierzuchtverbände zeigten in Herrenberg erstmals zusammen ihre Prachtexemplare

Nicht weniger als 1200 Tiere stellten die Kleintierzüchter aus Böblingen und Tübingen/Horb am Wochenende in der Herrenberger Viehversteigerungshalle aus. Diese Kreisschau war die erste gemeinsame Veranstaltung der beiden Kreisverbände.

28.10.2014
  • Werner Bauknecht

Herrenberg / Kreis Tübingen. Einer Zugfahrt haben die beiden Kleintierzüchter-Kreisverbände Böblingen und Tübingen-Horb die gemeinsame Veranstaltung in Herrenberg zu verdanken. Die jeweiligen Vorsitzenden Hubert Vogg (Tübingen-Horb) und Holger Leipersberger (Böblingen) trafen sich auf dieser Fahrt nach Ulm, auf dem Weg zur Landesverbandstagung. „Wir waren uns schnell einig“, so Leipersberger, „dass beide Verbände dabei gewinnen – der Aufwand wird auf mehrere Schultern verteilt und die Meldezahlen der Tiere sind so hoch, dass wir uns eine große Halle leisten können.“ Die Böblinger haben immerhin über 1000 Mitglieder, die Tübingen-Horber etwa 1200.

Betritt man die Halle, empfängt einen gleich ein lautes Gackern und Giggern des ausgestellten Federviehs. „Bei reinen Kaninchenausstellungen wäre da Totenstille“, sagt Vogg lachend. In langen Reihen sind die Käfige mit den Tieren nebeneinander aufgestellt, immer zwei übereinander. Es gibt dabei eine systematische Ordnung: zunächst das Geflügel, dann die Kaninchen und innerhalb der Gattung nach Größe. Da dies ein Wettbewerb mit Preisvergabe ist, ist jedem Käfig ein Zettel mit der Beurteilung des Tiers darin angeheftet. Bereits am Donnerstag wurden die Tiere gebracht, am Freitag urteilte die etwa 20-köpfige Jury und am Samstag wusste dann jeder Züchter und jede Züchterin, wie seine oder ihre Lieblinge abgeschnitten haben.

Auch Riesentruthähne, mexikanische Wachteln

Von beachtlichem Ausmaß sind die Gänse, die das Groß- und Wassergeflügel anführen. Dabei zählen für die Jury nicht die bloße Größe, sondern auch Attribute wie die Federn und der Schnabel. Die Addition dieser Einzelwertungen ergibt schließlich die Gesamtnote. Die Zucht bedient sich international, das zeigen schon die Namen der Tiere. Da gibt es die Campbell-Enten aus England, die Appenzeller Spitzhauben oder die Holländischen Zwerghühner. Eindrucksvoll das Gefieder der Smaragd-Enten mit ihre metallischen smaragdgrünen Federn.

Bei den Kaninchen fängt die Ausstellungsreihe mit einem Acht-Kilo-Hasen an, dem Deutschen Riesen. Dessen Ohren sind fast so lang, wie ein normales Kaninchen groß ist. Der Weiße Hotot ist fast ebenso groß, aber seine Riesenschlappen hängen traurig herunter. Mit Erlaubnis darf man auch mal so einen Hasen berühren. Der grauhaarige Chin Rexe hat ein Fell so unglaublich weich, dass man es kaum spürt.

Für die Besucher gibt es auch manches exotische wie Riesentruthähne oder mexikanische Wachteln zu sehen. Außerdem haben die Veranstalter eine Extra-Ausstellung nur für Seidenhühner eingerichtet – und die Jungzüchter, also die Unter-18-Jährigen, durften sich ebenfalls über eine eigene Abteilung freuen. Und endlich erfuhr der Interessierte auch mal den Unterschied zwischen Kaninchen und Hase: Die Kaninchen leben in Höhlen und brüten auch dort, die Jungen sind in den ersten Tagen blind. Der Hase lebt immer oberirdisch und brütet da auch.

Die Halle zur Viehversteigerung war Samstag und Sonntag bewirtet, auf der Empore wurde Kinderschminken angeboten. Dort, wo normalerweise Fleckvieh, also Kühe, meistbietend versteigert werden, gab es Schwäbisches zu essen – Linsen und Maultaschen. Viele Familien nahmen die Gelegenheit wahr, gemeinsam einen Rundgang durch die Ausstellung zu machen. Vogg und Leipersberger jedenfalls waren völlig begeistert von der Veranstaltung: „Das müssen wir unbedingt im nächsten Jahr wiederholen!“, waren sie sich einig.

Zwei Kleintierzuchtverbände zeigten in Herrenberg erstmals zusammen ihre Prachtexemplare
Stolz präsentieren hier die beiden Kreisverbands-Vorsitzenden Hubert Vogg (Tübingen-Horb, rechts) und Holger Leipersberger zwei ihrer Tiere.

Der Kreisverband der Kleintierzüchter Tübingen-Horb wurde bereits 1947 gegründet. Er besteht aus insgesamt 19 Vereinen aus der Region. Vorsitzender ist Hubert Vogg. Bisher fanden die Ausstellungen vorwiegend in Vereinsheimen statt, dabei in der Regel aufgeteilt zwischen Kaninchen oder Geflügel. Die Heime sind eigentlich zu klein, um mehr als maximal 250 Tiere zu zeigen. Durch die Kooperation mit Böblingen haben sie nun die Möglichkeit, eine Gesamtausstellung zu präsentieren. Vogg selbst ist Geflügelzüchter, seine Frau züchtet Kaninchen.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

28.10.2014, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball