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Sechsjähriger von US-Polizisten erschossen

Zwei Marshalls verhaftet - Vater widersetzte sich im Auto Kontrolle

Zwei US- Polizisten haben einen Sechsjährigen erschossen. Er saß auf dem Beifahrersitz im Auto seines Vaters, den die Polizisten stoppen wollten.

09.11.2015
  • EMA/AFP

Chicago In den USA sind zwei Polizisten verhaftet worden, die bei einer Fahrzeugkontrolle in Marksville bei Alexandria einen sechs Jahre alten Jungen erschossen haben. Ihnen werde Mord und versuchter Mord vorgeworfen, teilte Michael Edmonson von der Polizei des US-Bundesstaats Louisiana mit. Der Vater des Jungen - beide Weiße - wurde bei der Schießerei lebensgefährlich verletzt.

Der brutale Vorfall ist am Dienstag passiert. Die beiden Polizisten sollen nach einer versuchten Fahrzeugkontrolle in ein stehendes Auto gefeuert und den Jungen Jeremy Mardis auf dem Beifahrersitz fünf Mal in den Kopf und in die Brust getroffen haben. Der Vater, der hinter dem Steuer saß, wurde in den Kopf getroffen und in ein Krankenhaus eingeliefert.

Die Kamera-Aufnahme von dem Vorfall seien "die verstörendste Sache, die ich je gesehen habe", sagte Edmonson. "Der Junge hat es nicht verdient, so zu sterben."

Ermittler berichteten dem Fernsehsender WBRZ TV, dass insgesamt vier Marshalls versucht hätten, den Vater in seinem Auto zu kontrollieren. Der habe daraufhin in einer Sackgasse zurückgesetzt und sei auf die Polizisten zugefahren. Die hätten das Feuer eröffnet.

Auch die zwei anderen Polizisten, die an dem Einsatz beteiligt waren, wurden suspendiert. Der Vater war demnach nicht bewaffnet, in dem Fahrzeug wurden keine Waffen gefunden.

Weshalb der Fahrer sich den Polizisten widersetzt hat, ist nicht klar. Einige Augenzeugen sagen, er sei nach einem Streit vor einer Bar vor den Polizisten geflohen. Andere sagen, er habe Anordnungen eines Polizisten nicht befolgen wollen.

Die Verlobte des Fahrers sagte, sie sei an allem schuld. Dem "Guardian" sagte sie, sie habe an der Bar mit ihm gestritten. Sie sei weggegangen und er sei losgefahren, um seinen Sohn irgendwo abzuholen.

An einer Ampel habe ihr Verlobter später neben ihr gehalten und versucht, sie zum Mitkommen zu überreden. Sie habe nicht gewollt. Als sie und ihr Verlobter bei Grün losfuhren, habe sie im Rückspiegel die beiden schwarz-weißen Polizeiautos mit Rotlicht kommen sehen.

Der Frau zufolge hat ihr Verlobter mit einem der Polizisten, die an der Schießerei beteiligt waren, schon einmal eine Auseinandersetzung gehabt. Mit wem, sagte sie nicht.

In den USA rufen brutale Polizeieinsätze, bei denen auch Minderjährige und Unbewaffnete erschossen werden, immer wieder Entsetzen hervor. Besonders häufig sind Schwarze die Opfer, weshalb der Polizei wiederholt Rassismus vorgeworfen wurde. Der sechsjährige Junge war nach Angaben der Zeitung "Washington Post" das bisher jüngste Opfer von Polizeigewalt in den USA in diesem Jahr.

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09.11.2015, 12:00 Uhr

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