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Glyphosat-Protest: „Im Grunde betrifft das jeden von uns“

Zwei junge Tübinger organisieren eine Demonstration für nachhaltige Landwirtschaft

Tausende Menschen gehen am Samstag in Berlin auf die Straße, um für eine nachhaltige Landwirtschaft zu demonstrieren. Franziska Wolpert und Konstantin Bock haben für diesen Tag in Tübingen ebenfalls eine Demo unter dem Motto „Wir haben es satt!“ organisiert:

17.01.2018

Von Madeleine Wegner

Franziska Wolpert und Konstantin Bock organisieren parallel zur Berliner Aktion die Demo „Wir haben es satt!“ am Samstag in Tübingen. Bild: Wegner

„Für alle, für die der Weg nach Berlin zu weit oder zu teuer ist“, sagt Franziska Wolpert. Die 27-jährige Geoökologin organisiert zusammen mit dem Studenten Konstantin Bock die hiesige Protestaktion.

Dazu kooperieren sie nicht nur mit den Veranstaltern der Berliner Demo, sondern sie haben auch im Südwesten ein Netzwerk geknüpft: So erhalten sie Unterstützung unter anderem vom Bündnis für gentechnikfreie Region Ulm, vom BUND-Regionalverband Neckar-Alb, vom Verein Gentechnikfreie Landkreise Ludwigsburg/Rems-Murr sowie vom Netzwerk Solidarische Landwirtschaft Tübingen.

„Das ist mehr als ein Vollzeitjob“, sagt Wolpert über die Arbeit, die mit der Organisation der Demo zusammenhängt. Konstantin Bock, der in Tübingen im siebten Semester Biologie studiert, konnte die Zeit nur aufbringen, weil er kurz vor Weihnachten seine Bachelor-Arbeit abgegeben hat. „Uns liegt das Thema sehr am Herzen. Es geht um unsere Lebensmittel, im Grunde betrifft das also jeden von uns“, sagt der 23-jährige Biologe.

Gemeinsam mit den anderen Organisationen rufen die beiden Tübinger zu einer „zukunftsfähigen Landwirtschaft“ auf. Wie die aussehen könnte? Weg von der Agrarwirtschaft hin zu einer nachhaltigen bäuerlichen Landwirtschaft, sagen sie.

Zukunftsperspektiven zeigen

Es sei höchste Zeit zu handeln: „Sonst gibt es beispielsweise in Jahrzehnten durch die Düngemittel und Erosion einfach keinen Boden mehr“, sagt die Geoökologin, die sich auch wissenschaftlich schwerpunktmäßig mit dem Thema beschäftigt. Bock betont zusätzlich die Auswirkungen auf das Klima: „40 Prozent der Emissionen entstehen durch die Agrarwirtschaft“, dazu tragen unter anderem lange Transportwege bei.

Wie auch die Berliner Organisatoren fordern die Tübinger unter anderem die Stärkung kleinbäuerlicher Betriebe, Verbot von Landraub, weniger Umweltgifte und artgerechte Tierhaltung. Die Demonstration richtet sich natürlich an die Politik, aber auch an Landwirte und vor allem an die Verbraucher. „Wenn wir es schaffen, ein Bewusstsein bei den Konsumenten zu wecken, ist schon viel erreicht“, sagt Wolpert. Diesen rät Barbara Lumpp vom BUND-Regionalverband beispielsweise, statt Billig-Lebensmittel im Supermarkt regionale Produkte, idealerweise aus Bio-Anbau, zu kaufen. „Uns ist es wichtig, nicht nur zu sagen, wie schlimm es aktuell um die Landwirtschaft bestellt ist, sondern wir wollen auch Zukunftsperspektiven auftun“, sagt Wolpert. Deshalb sprechen bei der Tübinger Demo auch Landwirte, die bereits einen alternativen Weg einschlagen.

Der Berliner Demo wollen die beiden Tübinger keine Leute abziehen, sie machen parallel für die Aktion Werbung. Doch wie viele Demonstranten werden wohl tatsächlich auf den Tübinger Marktplatz kommen? Das sei schwer abzuschätzen. Die Organisatoren rechnen vorerst mit 500 Demonstranten, die auch aus Ulm, dem Großraum Stuttgart und anderen Regionen des Landes anreisen werden.

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Erstellt:
17. Januar 2018, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
17. Januar 2018, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 17. Januar 2018, 01:00 Uhr

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