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Zwei oder zehn Millionen – was kostet Lärmschutz für Vöhringen und Wittershausen?
Der Lärm der Autobahn (blaues Band) überschreitet fast in ganz Wittershausen und in großen Teile Vöhringens den zulässigen Höchstwert für ein Mischgebiet. Das zeigt der orange eingefärbte Teil auf der Karte, wie Bürgermeister Stefan Hammer erläuterte. Bild: kpd
Die Autobahn ist viel zu laut

Zwei oder zehn Millionen – was kostet Lärmschutz für Vöhringen und Wittershausen?

Selten hat der Vöhringer Gemeinderat so im Nebel gestochert wie am Montag bei den Kosten für einen Lärmschutz für Vöhringen und Wittershausen entlang der Autobahn. Der Lärmschutz könnte zwei, aber auch zehn Millionen Euro kosten. Da Vöhringen in nächster Zeit auch noch in den Hochwasserschutz investieren muss, kam schnell die Frage auf, ob man sich das überhaupt leisten kann.

06.04.2016

Vöhringen. Bürgermeister Stefan Hammer sagte, dass die Lärmbelästigung von der Autobahn sowohl tagsüber als auch nachts über den zulässigen Werten für ein Mischgebiet liege. Betroffen sei in Vöhringen der halbe Ort, in Wittershausen im Prinzip der ganze. „Wir müssen etwas tun, aber das wird eine sehr, sehr komplizierte und diffizile Geschichte.“ Von der man im Prinzip keine Ahnung hat, in welcher finanziellen Größenordnung man sich bewegt.

Um zumindest mal ein bisschen Klarheit zu bekommen, will der Bürgermeister zwei Planungsbüros – die Kommunal Entwicklung (KE) und die STEG Stadtentwicklung – hinzuziehen. Eigentlich sollten beide Büros schon in der Sitzung am Montag dabei sein, das hat sich aber zerschlagen und so wird man in der Sitzung am 9. Mai dann Näheres von beiden Büros hören.

Allgemein meinte Hammer, dass, wenn ein Lärmschutz zum Tragen komme, dieser nur über mehrere Jahre hinweg erstellt werden kann, denn auf einmal könne man sich das gar nicht leisten: „Ich gehe davon aus, dass das ein mehrjähriger Planungsprozess werden wird.“

Andrea Kopp (CDU) warf die Frage auf, ob man der Bevölkerung überhaupt Hoffnung machen könne oder ob ein Lärmschutz von den Kosten her utopisch sei. Denn schließlich habe man entlang der Autobahn eine ziemlich lange Strecke, dazu eine sehr, sehr schwierige Topografie. Kopp erinnerte zudem daran, dass schon der vor kurzem diskutierte Hochwasserschutz mit mehr als einer Million Euro an Investitionen anstehe. Ein Lärmschutz entlang der Autobahn für Vöhringen und Wittershausen werde wohl fünf, eher aber zehn Millionen Euro kosten. „Und das ist dann gar nicht realisierbar.“ Kopp meinte: „Hochwasser- oder Lärmschutz, beides geht wohl nicht.“

Hammer dagegen sah eine Möglichkeit, den Hochwasserschutz mit dem Lärmschutz zu kombinieren. „Dass könnte zum Beispiel im Bereich des Mühlbachs sogar sinnvoll sein.“ Und zu den topografischen Verhältnissen meinte der Schultes, dass man wohl kaum ein ganzes Tal auffüllen könne, aber man könne sehr wohl eine Schutzwand entlang der Autobahn bauen.

Lärmschutzvorhaben schon einmal gescheitert

In Vöhringen ist das Thema Lärmschutz nicht neu, denn schon 2004 gab es eine erste Planung, damals allerdings nur für Vöhringen-West, die aber seinerzeit aus Planungs- und Kostengründen auf Eis gelegt werden musste. Damals ist für einen relativ kurzen Lärmschutzwall eine Kostenschätzung von 641000 ermittelt worden – eine Zahl, die in der heutigen Situation wenig hilfreich ist.

Gerhard Schittenhelm erkundigte sich nach einer möglichen Beteiligung des Bundes als Verursacher des Autobahnlärms. Zuschüsse seien möglich, so die Antwort von Hammer.

Von Andrea Kopp kam die Anregung, Hammer möge sich doch einmal mit den beiden Bürgermeisterkollegen von Sulz und Empfingen kurzschließen, denn in beiden Kommunen seien auch schon Überlegung bezüglich eines Lärmschutzes entlang der Autobahn angestellt worden. Wohl aus Kostengründen sei da der Lärmschutz aber nicht weiter verfolgt worden. kpd

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06.04.2016, 01:00 Uhr

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