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Einst am Sülcher Tor

Zwei steinerne Pinienzapfen schmücken wieder die Mauer

Neun Jahre fehlte im Stadtbild beim Alten Wörthtor einer der historischen Pinienzapfen. Jetzt steht er wieder am alten Platz – ebenso schön restauriert wie das unbeschädigt gebliebene zweite Exemplar.

30.05.2012
  • Ursula Kuttler-Merz

Rottenburg. In der Nacht auf Pfingstsonntag des Jahres 2003 wurde einer der wohl aus dem 18. Jahrhundert stammenden Pinienzapfen von Unbekannten mit roher Gewalt von der Mauer herunter gerissen und ins Wasser geworfen. Nachbar Franz Vollmer barg damals die beschädigten Reste, als der Neckar wegen Arbeiten am Flusskraftwerk abgelassen wurde. Seither war das westliche Mauerstück am Durchgang zur Uferpromenade zapfenlos.

Der Wendelsheimer Steinmetz- und Bildhauermeister Harald Straub fertigte nun als Ersatz für die maroden Sockel beider Pinienzapfen neue Teile aus Schilfsandstein. Der defekte Pinienzapfen wurde, in Gemeinschaftsarbeit, von seinen Reustener Kollegen von „Stein und Restauration“ – Rainer Uhl, Gerry Mayerhofer und Berthold Hager – verdübelt und vernadelt mit Stiften aus Edelmetall. Dann ergänzten die Steinmetzen und Restauratoren beide Pinienzapfen und verschlossen Risse und Vertiefungen. Danach wurden die kunstvoll gearbeiteten Originale sorgsam verschlämmt.

Wie aus einem um 1835 entstandenen Aquatinta-Bild des Rottenburger Malers Josef Kaltenmark hervorgeht, schmückten die Pinienzapfen ursprünglich die Pfeiler der Einfahrt am äußeren Sülcher Tor (jetzt Busbahnhof Eugen-Bolz-Platz), dem größten (Doppel-)Tor der Stadt.

Nach dem Abriss dieser eindrucksvollen Anlage wurden die steinernen Pinienzapfen auf die alte Ehinger Stadtmauer am Neckar beim Wörthtor versetzt. Dort befand sich als Verbindung zum gegenüberliegenden Unterwässer und zur Stadtlanggasse jahrhundertelang eine Furt, die mit dem Bau des Pfeiffer’schen Fallenwehrs 1831/32 ihr Ende fand.

Pinienzapfen waren schon in der antiken Mythologie ein Symbol für Fruchtbarkeit und ewiges Leben. Für die Herstellung der Rottenburger Exemplare wurde einst Wendelsheimer Schilfsandstein aus dem alten Steinbruch beim Märchensee verwendet. Nach der Wiederaufstellung der Originale hat die Uferpartie mit der Promenade von der Eberle-Brücke zum Deichelweiher wieder einen wunderschönen Hingucker bekommen. In Auftrag gegeben und bezahlt wurde die Restaurierung von der Stadt Rottenburg.

Zwei steinerne Pinienzapfen schmücken wieder die Mauer
Alt und neu scheinen sich gar nicht zu unterscheiden: Der neu angefertigte und der restaurierte, historische Pinienzapfen am Sülcher Tor. Bild: Kuttler-Merz

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30.05.2012, 12:00 Uhr

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