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Seit mehr als 30 Jahren singt Grachmusikoff seinen Fans aus der Seele

Zwillings-Rock auf schwäbisch

Versierte Musiker, pfiffige Texte, schräge Arrangements und nie auf einen Stil festzulegen. So kennt man eine der letzten überlebenden Mundart-Kapellen aus den 70er Jahren: Grachmusikoff.

25.11.2009

Seit 31 Jahren garnieren die Zwillingsbrüder Alex und Georg Köberlein ihren dreckigen Rock, Rap und Blues mit Texten, die vielen aus der Seele sprechen.

Vor über 30 Jahren brachte Schwoißfuaß "Oinr isch emmr dr Arsch" heraus

Vor über 30 Jahren brachte Schwoißfuaß "Oinr isch emmr dr Arsch" heraus --

09:06 min

Im Alter von 15 Jahren hat für den in Ammerbuch lebenden Alex Köberlein festgestanden, dass er Musiker werden will. „Irgendwo im Hinterkopf war da so eine Art Kobold, der einen treibt“, erinnert er sich, um gleich hinterherzuschicken: „Über das Musikstudium in der PH Reutlingen habe ich dann etwas kennengelernt, was mich plötzlich zum Komponisten gemacht hat.“ Zu der Zeit reifte in dem 51er-Jahrgang endgültig der Entschluss, eine Straßen- und Gassenkapelle ins Leben zu rufen.

Nach Abschluss des Studiums und einem halbjährigen Ausflug ins Lehrerdasein erfüllte sich für Alex ein Traum: gemeinsam mit seinem Bruder Georg und Gitarrist Hansi Fink gründete er 1978 Grachmusikoff. Ihr Programm, heute wie vor 31 Jahren: Rockmusik mit oberschwäbischen Texten, ehrlich, geradlinig, zuweilen politisch, selbst komponiert und handgespielt.

Die Gebrüder Köberlein sind die ältesten von acht Geschwistern. Geboren sind sie im Jahre 1951 in Bad Schussenried. Ihre Eltern kamen nach dem Krieg von Russland nach Oberschwaben. Daher rührt auch der Bandname.

Zwillings-Rock auf schwäbisch
Die Fans können Alex und Georg Köberlein zwar manchmal nur schwer auseinander halten. Aber ihr Mundart-Rock ist unverwechselbar. Bild: Spieß

Die Fangemeinde wuchs stetig an. 1982 dann die Gründung der legendären Schwoißfuaß, die nicht wie häufig fälschlich angenommen, der Vorläufer von Grachmusikoff war, sondern bloß eine rockigere, politischere Variante. Obwohl sich Schwoißfuaß sogar bundesweit mit ihrem Hit „Oiner isch immr dr Arsch“ einen Namen machte, überlebt die Band nur bis Mitte der 80er Jahre. Dagegen hält Grachmusikoff weiter durch, unterstützt von einer treuen Fangemeinde und angetrieben von einer ganz eigenen Philosophie. Alex Köberlein beschreibt sie so: „Die Band wollte nie stehenbleiben. Natürlich ist das Erbe der 70er Jahre da, aber wir haben immer versucht, uns musikalisch weiterzuentwickeln.“

Mittlerweile haben die Köberlein-Brüder, Bassist Michael Stoll, Akkordeonist Hansi Fink und Drummer Martin Mohr bereits ihr 15. Album mit dem Titel „Hippies und Futurischda“ veröffentlicht. Auch sonst sind die jung gebliebenen Schwobarocker schwer aktiv. Noch immer ziehen sie durch kleinere Clubs, Kneipen und Bierzelte in der Region.

Rund 70 Auftritte absolvieren Grachmusikoff derzeit im Jahr und die „Hütte ist meistens voll“, erzählt Alex Köberlein mit schwärmerischen Unterton. Und die Zukunft? „Wir haben nicht vor, mit der Musik aufzuhören“, betont Alex Köberlein. „Solange wir noch was zu sagen haben, machen wir weiter, immer weiter.“

Jürgen Spieß

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25.11.2009, 12:00 Uhr

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