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US-Wahl und die Walter Tigers

Zwischen Angst und Gottvertrauen

Sieben US-Amerikaner stehen im Kader der Walter Tigers Tübingen. Das TAGBLATT hat sich nach der Wahl dort umgehört.

09.11.2016
  • hdl / vm / Bilder: Ulmer

Tigers-Trainer Tyron McCoy (43) lebt seit 18 Jahren in Deutschland – seitdem hat er an Präsidentschaftswahlen in den USA nicht mehr teilgenommen. „Ich interessiere mich inzwischen mehr für die Politik in Deutschland“, sagt McCoy. Sein Heimatstaat South Carolina sei ohnehin eine Hochburg der Republikaner, deshalb gingen viele gar nicht mehr zur Wahl. Hillary Clinton habe es nicht geschafft, die Minderheiten hinter sich zu bringen.

Auch Flügelspieler Stanton Kidd (24) kommt aus South Carolina. Er hat schon im September elektronisch per E-Mail für Hillary Clinton gestimmt. Kidd ist empört über die rassistischen und frauenfeindlichen Äußerungen von Trump. „Ich hoffe, das war nur Säbelrasseln im Wahlkampf.“ Doch er erzählt auch, dass in seiner Familie nun eine gewisse Angst herrsche. An eine mögliche Ausbürgerung hat er trotzdem noch nicht gedacht: „So ernst ist es noch nicht“, sagt er und grinst. Und er tröstet sich mit seinem Gottvertrauen: „Es ist eine schwierige Situation. Aber, wie es ausgeht, hängt nicht von Trump ab, es liegt in Gottes Händen.“

Die erste Reaktion von Tigers-Kapitän Jared Jordan (32): „Ich war überrascht. Jeder hat ja gedacht, dass es Hillary wird.“ Er selbst hat nicht gewählt. „Ich bin kein besonders politischer Mensch“, sagt er. Außerdem kommt er aus Connecticut, traditionell – und auch bei dieser Wahl – Demokraten-Staat. Weil sein gut vier Wochen alter Sohn Joseph Parker ihn gegen sieben Uhr morgens geweckt hat, war er sowieso auf und schaute dann die Wahlberichterstattung im US-Sender CNN. Die Reaktionen aus seinem Bekanntenkreis fasst er so zusammen: „Viele sind jetzt besorgt.“ Allerdings ist er der Meinung: „Wir sollten Trump eine Chance geben und schauen, was er tut.“

Neuzugang Davion Berry (25) verließ die USA Anfang der Woche, seine Stimme hat er ebenfalls nicht abgegeben. „Ich bin nicht wirklich drin in der Politik – aber ich wollte nicht, dass Trump gewinnt“, sagt der neue Aufbauspieler. Seine Freundin habe ihn mit Informationen aus seiner Heimat Oakland versorgt, dort kam es nach Bekanntwerden des Wahlergebnisses zu Protesten. „Ich hoffe nur, dass es keine Gewalt gibt und dass alle sicher sind“, sagt Berry.

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09.11.2016, 19:30 Uhr

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