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Metallveredelungswerk arrangiert sich nach Großfeuer / Brandherd lokalisiert / Löschwasser in Kläran
Blick nach vorne aus Bürocontainern

Metallveredelungswerk arrangiert sich nach Großfeuer / Brandherd lokalisiert / Löschwasser in Kläranlage

Zwei Tage nach dem verheerenden Großbrand standen die Zeichen beim Metallveredelungswerk am Dienstag schon wieder ganz auf Weiterarbeiten: Bürocontainer wurden geliefert, die Angestellten im Büro konnten allerdings nur eingeschränkt telefonieren. In einigen Betrieben fehlten am Montag Mitarbeiter, denn die beteiligten Feuerwehrleute brauchten nach der Mammutlöschaktion erstmal einen Tag Pause. Die Kriminalpolizei hat derweil den genauen Brandherd lokalisiert.

23.03.2016
  • von cristina priotto

Sulz. Viele Kunden und Zulieferer hatten bereits aus der Zeitung vom Großbrand in der Nacht auf Montag erfahren. Auf der Homepage informiert das Unternehmen alle anderen seit gestern, dass die Firma „durch einen Großbrand am 20. März 2016 erheblich beschädigt“ worden sei und keine neuen Aufträge annehmen könne. Da bei den Löscharbeiten auch Wasser in den Bürotrakt gelangte und die Räume noch überprüft werden müssen, bestellte Geschäftsführer Hans-Jörg Haible vorsorglich einige Bürocontainer. Wie eine Sprecherin des Metallveredelungswerks am Dienstag auf Nachfrage mitteilte, sollen die Mitarbeiter ab dem heutigen Mittwoch auch wieder telefonisch und per E-Mail zu erreichen sein. Vorübergehend hatten die Beschäftigten nur über private Mobiltelefone kommunizieren können.

Der Bürotrakt konnte dank des Einsatzes von rund 200 Löschkräften und wegen einer Brandschutzwand gehalten werden. Zumindeste bezüglich der Akten hatte das Metallveredelungswerk Glück im Unglück, denn diese blieben nahezu alle unbeeinträchtigt.

Mit dem Schrecken davongekommen sind auch die beiden anderen Mieter des Jennert-Gebäudes, die Daimler AG und die Homag-Gruppe, die im hinteren Teil der Produktionshalle jeweils ein Lager angemietet haben. Denn dieser Bereich wurde bei dem Brand Sonntagnacht nicht zerstört.

Neue Erkenntnisse gibt es zum Brandherd: Nach einer Begehung mit der Kriminalpolizei berichtete Stadtbrandmeister Eugen Heizmann am Dienstag, dass der Ausbruch des Feuers nun genau lokalisiert worden sei: Der Brand entstand aus nach wie vor ungeklärter Ursache in einer Ecke der Galvanikabteilung neben dem Bürotrakt. Ein automatischer Brandmelder hatte am Sonntag um 20.35 Uhr den Alarm ausgelöst. „Die technischen Aufzeichnungen haben unsere Wahrnehmungen bestätigt“, stellte Heizmann fest. Für die Suche nach dem Brandherd hatte die Feuerwehr bis Montagmittag auch die Sulzer Drehleiter stehen gelassen, denn so konnten die Beamten von oben ins Gebäude schauen.

Zeit für eine Nachbesprechung des größten Einsatzes in Sulz seit dem Brand bei Möbel Wössner im Jahr 1969 hatten die Sulzer Feuerwehr und die sieben beteiligten Abteilungen aus den Stadtteilen bislang noch nicht: „Wir mussten zuerst die Einsatzbereitschaft wiederherstellen“, erklärte Heizmann. Dazu gehören die Reinigung der Fahrzeuge, der Austausch der Atemschutzgeräte sowie der Schläuche. „Aber wir sind jetzt wieder einsatzbereit“, versicherte der Stadtbrandmeister.

In einigen Handwerksbetrieben mussten Aufträge hingegen verschoben werden, da viele Feuerwehrleute nach dem die ganze Nacht bis in die Morgenstunden dauernden Einsatz am Montag erstmal etwas Erholung brauchten.

Als nächstes steht nun die Entsorgung des kontaminierten Löschwassers an: „Wenn wir Glück haben, kann man das belastete Löschwasser dosiert über die eigene Kläranlage ableiten“, teilte der Stadtbrandmeister mit.

Froh ist Heizmann, dass durch die Nähe des Metallveredelungswerks zum Neckar das meiste Löschwasser aus dem Fluss entnommen werden konnte: „Wären wir auf Wasser aus Sulz angewiesen gewesen, hätten wir Schläuche bis in die Innenstadt legen müssen“, sagte der Stadtbrandmeister. Dies hätte die Brandbekämpfung stark erschwert und verlängert.

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23.03.2016, 01:00 Uhr

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