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Redaktion vor Ort

Und immer wieder der Lkw-Verkehr

Was treibt die Leser der SÜDWEST PRESSE in Altheim um? Der ÖPNV und Bauplätze für junge Familien gehören auf jeden Fall dazu. Wir haben einen Abend lang zugehört.

18.03.2017
  • Dagmar Stepper

Altheim ist ein hübscher Flecken, der idyllisch an der Steinach liegt. Horb, Nagold und Freudenstadt sind nicht weit, und auch im Ort selber ist einiges geboten. Es gibt starke Vereine, engagierte Bürger, ein Schwimmbad ein paar Geschäfte und Gaststätten. Früher kamen etliche Touristen hierher. Doch auch in Altheim kämpft man mit gewissen Problemen: der starke Verkehr, zu wenig Bauland, die schlechte ÖPNV-Anbindung.

Wo genau der Schuh drückt, das will die SÜDWEST PRESSE bei „Redaktion vor Ort“ erfahren. Am Donnerstagabend hatten wir daher in den „Ochsen“ eingeladen. Glücklicherweise gibt es in Altheim noch Wirtschaften, an denen sich die Einwohner abends auf am Stammtisch treffen können. „Das ist enorm wichtig für einen Ort, dass sich die Leute zum Gespräch treffen können“, sagt Altheims Ortsvorsteher Andreas Bronner. Er begrüßt die Veranstaltung unserer Zeitung, damit sich die Altheimer vor Ort mit der Horber Redaktion austauschen können und zu den Namen im Blatt nun auch ein Gesicht bekommen.

Anbindung an Nagold

Einen Maulkorb soll es natürlich nicht geben, sondern frisch von der Leber weg geredet werden. Gut, dass unter den Besuchern auch Josef Scherrmann sitzt, der über sich selbst sagt, dass er „‘s Maul net halten wird“. Einer der ersten Punkte, die an diesem Abend fallen, ist der ÖPNV. Mit der Verbindung nach Horb sei man zufrieden, sagt er, aber die Anbindung an Nagold sei sehr schlecht. „Es gibt keine direkte Busverbindung“, kritisiert er. Doch etliche Altheimer fahren oft nach Nagold: zum Einkaufen, ins Krankenhaus, auf den Wochenmarkt. „Aber das geht nur mit dem Auto“, sagt Scherrmann.

Bronner nickt. Auch der Ortschaftrat bemängelt das. Die Nachbarn in Talheim haben dagegen eine direkte Nagold-Anbindung. „Da könnte doch der Bus auch noch eine Schleife nach Altheim fahren“, meint Bronner. Auf jeden Fall wäre der Ortschaftsrat an dem Thema dran.

Schwerlastverkehr

Für rege Diskussion sorgt an dem Abend auch der Schwerlastverkehr in Altheim. Der Stadtteil liegt zwischen den Verkehrsachsen Waldachtal, Freudenstadt und Haiterbach. Wie viele Lastwagen genau den Ort täglich passieren, kann Bronner nicht sagen. Aber es sind „auf jeden Fall viele“. Eine Verkehrsschau hat ergeben, dass 50 Prozent aus Waldachtal stammen und 50 Prozent aus Haiterbach.

In Altheim befürchtet man nun, dass mit dem neuen Steinbruch in Talheim, der in diesem Jahr in Betrieb gehen soll, noch mehr Lkw durch den Ort donnern. „Wir werden das schon spüren“, sagt der Ortsvorsteher, auch wenn der Verkehr über den Kreisel bei der Ziegelhütte gen Heiligenfeld und dann auf die B28neu geleitet werden soll. „Als der alte Steinbruch im unteren Talheim noch in Betrieb war, haben wir den Verkehr hier auch gespürt“, sagt Bronner. Doch in der engen Ortsdurchfahrt haben Lastwagen oft Probleme aneinander vorbei zu kommen.

Mühle-Laden

Bei den Einkaufsmöglichkeiten im Ort will man in Altheim nicht meckern. Es gibt noch einige Läden, die den Grundbedarf abdecken. Und der Ort hat noch eine Besonderheit: den Mühle-Laden. Der wird aus der ganzen Region frequentiert. Die Familie Walz will bekanntlich den Mühle-Laden von der Ortsmitte in Richtung Grünmettstetten verlagern. „Noch in diesem Jahr wird mit dem Bau begonnen“, verrät Bronner. Im Vorfeld hat es Diskussionen über die Zufahrt gegeben. Das Regierungspräsidium hat eine Linksabbieger-Spur gefordert, die aber unverhältnismäßig teuer sei. In den kommenden Sitzungen soll aber einen Knopf an die Sache gemacht werden. „Der Mühle-Laden ist auf jeden Fall gut für den Ort“, ist Bronner überzeugt.

Bauland

Wer in Altheim gerade bauen will, hat eher schlechte Karten. Zwar gibt es 20 freie Plätze im Flecken, aber die Eigentümer wollen nicht verkaufen. „Wir hatten schon viele Gespräche“, berichtet Bronner, „doch keinen Erfolg.“ Für manche zählt eben Grund und Boden, vor allem in den Niedrigzins-Zeiten. Das findet Bronner schade, denn 13 junge Familien wollen im Ort bauen. Er befürchtet nun, dass diese Altheim den Rücken kehren könnten. „Das wäre schade, auch für die Vereine“, meint er. Doch man könne niemanden zwingen. Daher wünscht man sich im Ort ein neues Baugebiet.

Stolz auf den Ort

So werden noch manche Themen angeschnitten. Doch schnell kristallisiert sich eins heraus: Die Altheimer mögen ihren Ort. Stolz wird von dem erfolgreichen Musikverein berichtet, der zu einem der besten in der Region gehört. Die Wassertretanlage wird stark frequentiert, liebevoll kümmert sich der Verein „Pro Altheim“ dafür. Und auch Kernstadt-Themen kommen zur Sprache: Die Berichterstattung über das Sebastian-Lotzer-Haus wird mit großem Interesse verfolgt. Dann liegt es an der Redaktion zu erzählen: Wie entsteht so ein Bericht, welche Quellen haben wir, wie schätzen wir das Ganze ein. Wir geben einen kleinen Einblick in das Alltagsgeschäft eines Lokaljournalisten. Fazit von „Redaktion vor Ort“ in Altheim: ein Gewinn für beide Seiten.

Aktion geht weiter

In den kommenden Monaten wird die SÜDWEST PRESSE in allen Horber Teilorten, in Eutingen, Empfingen, Sulz und Waldachtal mit „Redaktion-vor-Ort-Aktionen“ das Gespräch mit den Lesern suchen. Die Termine werden rechtzeitig bekannt gegeben.

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18.03.2017, 01:00 Uhr

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