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Mit „Unsere Chefärzte kommen zu Ihnen“ wirbt das Krankenhaus Freudenstadt auf dem Flyer zum „Gesundh
(Chef-)Ärzte des Freudenstädter Krankenhauses stellten das Leistungsspektrum ihrer Fachrichtungen vor. Im Vordergrund hören OB Peter Rosenberger (links) und Landrat Klaus Michael Rückert zu. Bild: Bernhard

11.10.2017
  • Dunja Bernhard

Mit „Unsere Chefärzte kommen zu Ihnen“ wirbt das Krankenhaus Freudenstadt auf dem Flyer zum „Gesundheitsdialog“. Der Auftakt zu sechs identischen Veranstaltungen war am Montagabend in Horb. Dort hatte die Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt GmbH den stationären Betrieb des Horber Krankenhauses Anfang 2013 geschlossen.

Seitdem müssen die Horber bei akuten Erkrankungen oder Operationen, die einen stationären Aufenthalt nötig machen, nach Freudenstadt, Nagold oder Tübingen fahren. Was die Freudenstädter Klinik zu bieten hat, erfuhren rund 40 Zuhörer im Schulzentrum Hohenberg.

50 Betten in Horb

394 Betten hat das Freudenstädter Krankenhaus. Hinzu kommen 50 Betten im geriatrische Rehazentrum in Horb. 670 Vollzeitkräfte kümmern sich um die Patienten. Geschäftsführer Ralf Heimbach sprach von einem „Haus der gehobenen Grund- und Regelversorgung“. Der Versorgungsauftrag werde auf Landkreisebene festgelegt. Das Land habe die Aufgabe, das Krankenhaus auszustatten, damit dieses die entsprechenden Leistungen erbringen könne. „Das hat bisher nur bedingt geklappt.“ Mit dem neuen Krankenhaus, das 2021 fertigt werden soll, solle dieser „Investitionsstau in Milliardenhöhe“ abgebaut werden.

Chefärzte oder ihre Vertreter stellten die zehn Fachrichtungen des Freudenstädter Krankenhauses vor. Der Ärztliche Direktor der Klinik Prof. Florian Bea ist Chefarzt der Kardiologie. Innerhalb von einer Stunde nach einem Herzinfarkt sollte die Therapie beginnen, sagte er. Das Freudenstädter Herzkatheterlabor sei in Dauerbereitschaft. Neun Fachärzte arbeiten in der Abteilung. Sie behandeln nicht nur Erkrankungen des Herzens, sondern auch der großen Gefäße. Außerdem betreuen sie
einen intensivmedizinischen
Bereich.

Er sei für den Rest der Inneren Medizin zuständig, sagte Prof. Klaus Fellermann. Der Gastroenterologe (Arzt für Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts) ist erst seit fünf Tagen Chefarzt am Freudenstädter Krankenhaus. Die Endoskopie (Spiegelung) und Sonografie (Untersuchung mit Ultraschall) seien seine Schwerpunkte. Drei Oberärzte und acht Assistenzärzte stehen ihm zur Seite. Weitere Felder der allgemeinen Inneren Medizin sind die Therapie von Schlaganfall- oder Krebspatienten.

Rund 5800 Narkosen jährlich

5800 Narkosen und örtliche Betäubungen leiten die Freudenstädter Anästhesisten jährlich ein, sagte Gunter Kaißling. Für schwerverletzte Patienten gibt es in der Notaufnahme einen Schockraum. Vier Notarztwagen seien rund um die Uhr besetzt. In der Anästhesie ist auch die Schmerztherapie angesiedelt.

Die Gynäkologie nehme jährlich 3000 Patienten auf, sagte Jürgen Schulze-Tollert. Das Behandlungsspektrum reicht von (Risiko-)Geburten über (Schlüsselloch-)Operationen und Tumorbehandlungen bis zur Schönheitschirurgie. Seit 2009 ist die Freudenstädter Gynäkologie als Brustzentrum zertifiziert. Bei Tumoren arbeitet sie mit der Universitätsklinik Tübingen zusammen. „Wir sind ein kleines Haus“, sagte Schulze-Tollert. Da sehe man immer die gleichen Personen und könne so ein Vertrauensverhältnis aufbauen. Die Strahlentherapie ist nach Horb ausgelagert.

Die Frühchen- und Neugeborenenstation nimmt Säuglinge ab der 32. Schwangerschaftswoche auf. Sieben Betten stehen für die Kleinsten zur Verfügung. Die Kinderstation verfügt über 14 Plätze. Sie seien eine kleine Pädiatrie mit großem Spektrum, sagte Jasmin Brühler. Es gibt eine Diabetes-Ambulanz und ein Sozialpädagogisches Zentrum. Seit acht Jahren ist die Kinderabteilung Lehrstätte für die Universität Tübingen.

Die Unfallchirurgie habe ein junges Team, sagte Benjamin König, der seine Facharztausbildung an der Charité in Berlin absolvierte. Die Freudenstädter Chirurgen arbeiten eng mit der Berufsgenossenschaftlichen Klinik in Tübingen zusammen. Für Knieendoprothetik ist die Freudenstädter Unfallchirurgie Internationales Referenzzentrum für die Firma Aesculap. Bei der Behandlung von Beckenfrakturen gehöre die Freudenstädter Unfallchirurgie zu den besten in Deutschland, sagte König.

Die Allgemeinchirurgie deckt in Freudenstadt neben der Viszeral-(Eingeweide) Chirurgie auch die Thorax- (Brust) und Gefäßchirurgie mit ab. Das liege daran, dass er noch alles habe lernen müssen, sagte Thorsten Maxeiner. Blinddarmentfernungen, Abzessbehandlungen, Tumorchirurgie gehören ebenso zum Spektrum der Abteilung wie Operationen am Magen-Darmtrakt, an Gefäßen oder an der Lunge. Außerdem gibt es eine Proktologie-Sprechstunde für Menschen mit Enddarmproblemen.

In der Psychiatrie arbeiten Therapeuten mit unterschiedlichen Qualifikationen zusammen, sagte Alexander Menges. Die Abteilung versorge den ganzen Landkreis verpflichtend. Kein Patient dürfe abgewiesen werden. Dadurch, dass die Psychiatrie dem Krankenhaus angegliedert sei, sind die Wege zu den Fachrichtungen, die sich mit körperlichen Ursachen beschäftigten, kurz. Es gibt ein Tinnitus-
Zentrum für anhaltende Ohrgeräusche und eine Station für Suchtkranke.

Diagnose vor Therapie

„Vor der Therapie steht die richtige Diagnose“, sagte Martin Hillitzer. Die Radiologie macht nicht nur Röntgenbilder, Computertomografien und Kernspintomografien und bewertet sie, sondern sie untersucht auch funktional mit bildgebenden Markern.

Zum Freudenstädter Krankenhaus gehört das Geriatrische Reha-Zentrum in Horb. Zwei Ziele hätten die Patienten, sagte Interimschef Wolfgang Knauf. „Wieder ans Laufen und nach Hause zu kommen.“ 80 Prozent von ihnen schafften das. Sein Nachfolger werde eine Akut-Geriatrie in Freudenstadt aufbauen.

Horbs Oberbürgermeister Peter Rosenberger sagte am Montagabend, dass es der Bevölkerung wichtig sei, ein gutes medizinisches Angebot aus Hausärzten und Klinik zu haben. Es sei schön, dass es ein so großes Leistungsspektrum im Landkreis gebe.

Info Weitere Termine mit den Ärzten des Freudenstädter Krankenhauses sind am Montag, 16. Oktober, im Bürgersaal in Dornstetten, am Donnerstag, 9. November, in der Festhalle in Pfalzgrafenweiler, am Montag, 13. November, im Rosensaal in Baiersbronn, am Dienstag, 21. November im Haus des Gastes in Alpirsbach und am Donnerstag, 23. November, im Krankenhaus in Freudenstadt. Der Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr. Vollzeitkräfte kümmern sich bei der Krankenhäuser Landkreis Freudenstadt GmbH um die Patienten.

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11.10.2017, 01:00 Uhr

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