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Sperrung

Ab jetzt ist gar kein Durchkommen mehr

Der alte Belag ist entfernt, bei der Erneuerung der Holperpiste zwischen Nordstetten und Empfingen wird es ab Freitag ernst. Wer trotz Verbots fahren möchte, hat dann keine Chance mehr.

13.09.2018
  • Frank Wewoda

Die Schilder, die das Befahren der Landesstraße 396 zwischen Empfingen und Nordstetten verbieten, stehen schon seit voriger Woche. Seit Mittwoch blicken auch Fahrer nur noch auf eine rot-weiße Absperrung, die von Isenburg nach Nordstetten möchten. Doch weil bis dato nur der alte Belag entfernt wurde und so findige Auto- und Radfahrer auf der zum Vorschein gekommenen Schicht darunter wieder Halt fanden, benutzten sie die eigentlich gesperrte Straße immer wieder trotz der Verbotsschilder. Solche Uneinsichtigkeit ist für Bauleiter Achim Schöck im Straßenbau aber überhaupt nichts Ungewöhnliches. „Ich fahr hier doch seit 30 Jahren“ – so etwas oder Ähnliches höre er immer wieder von widerspenstigen Straßenverkehrsteilnehmern. Mit den phantomartigen Fahrten ist ab Freitag aber auf jeden Fall Schluss. „Dann wird der Haftkleber aufgespritzt“, informiert der Bauleiter der Balinger Firma Stumpp, die mit dem Projekt beauftragt ist.

Auf 4100 Metern wird der Asphalt auf der Strecke erneuert, die Kosten trägt das Land. In die klebrige Masse, die ab Freitag aufgetragen wird, möchte niemand einsinken, macht Schöck deutlich. Sonst bleiben die Räder hängen wie ein auf der Straße weggeworfener Kaugummi am Schuhabsatz.

Die ursprünglich auf zwei Bauabschnitte aufgeteilten Arbeiten sind neuerdings zusammengefasst und werden in einem Schwung durchgeführt, erklärt Armin Burster, Bauleiter des Regierungspräsidiums Karlsruhe. Fertig werden die Arbeiten ihm zufolge jetzt frühestens am 13. Oktober. Das hänge auch davon ab, ob wegen des Wetters durchgängig gearbeitet werden könne.

Für die Zeit der Vollsperrung galt es vor allem zu vermeiden, dass die Betriebe im direkten Bereich der Baustelle beeinträchtigt werden. Betroffen ist vor allem das Unternehmen Holz-Reich in der Horberstraße 75, ansonsten sind auch die unweit der L 396 liegenden Buchhöfe nicht mehr über die Landesstraße erreichbar, ebenso wenig Isenburger Höfe.

Bei Holz-Reich sagt Seniorchef Rudolf Reich, dass es Absprachen mit der Baufirma gebe. Diese habe Baucontainer auf dem Hof aufstellen dürfen. Im Gegenzug garantieren die Straßenbauer, dass das Betriebsgelände des Produzenten von Verpackungskisten und Holzpaletten aus mindestens einer Richtung täglich erreichbar bleibt. In der gesamten Bauphase sei dies nur einmal 24 Stunden am Stück nicht möglich, der Betrieb für den Verkehr dann von der Außenwelt abgeschnitten. „Ansonsten kommen wir immer irgendwie raus und rein“, ist Firmengründer Rudolf Reich zuversichtlich.

Eine Lebensader sei die Verbindung nach Nordstetten ja nicht gerade, sieht auch Empfingens Bürgermeister Ferdinand Truffner die Sperrung gelassen. „Wir kommen ja immer irgendwie nach Horb“, so Truffner.

Dass die von ihm so bezeichnete „Holperpiste“ endlich saniert wird, freut den Empfinger Rathauschef besonders. Truffner und seine Verwaltung hätten selbst Gespräche mit dem Regierungspräsidium über den Zustand der Straße geführt und nachgebohrt, ob dafür nicht doch Geld aufzutreiben sei. „Dann ging es plötzlich ganz schnell“, so der Bürgermeister zufrieden.

Vollsperrung der Landesstraße 396

Zwischen Empfingen und Nordstetten hat im Auftrag des Regierungspräsidiums Karlsruhe in der ersten Septemberwoche die Erneuerung der Fahrbahndecke der Landesstraße 396 auf einer Strecke von 4,1 Kilometern begonnen. Die Umleitung ist ausgeschildert und verläuft von Empfingen aus über den Nachbarort Dettensee nach Nordstetten, ebenso geht es in umgekehrter Richtung über Dettensee. Der Verkehr wird über die Landesstraße 395 und die Kreisstraßen 4766 und 4767 geleitet. Dies gilt für die Zeit der Bauarbeiten, die nun bis mindestens Samstag, 13. Oktober, dauern, abhängig auch vom Wetter. Die Kosten belaufen sich auf rund 800000 Euro und werden vom Land Baden-Württemberg getragen.

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13.09.2018, 01:00 Uhr

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