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Apocalypto

Trotz Geschmacklosigkeiten vielleicht das schönste Action-Abenteuer seit dem ersten Indiana Jones.

Trotz Geschmacklosigkeiten vielleicht das schönste Action-Abenteuer seit dem ersten Indiana Jones.

APOCALYPTO
USA

Regie: Mel Gibson
Mit: Dalia Hernandez, Mayra Serbulo, Gerardo Taracena, Raoul Trujillo

- ab 18 Jahren

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24.11.2015
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Bekanntlich ist Mel Gibson ein rechtslastiger Wirrkopf, der im Suff auch schon mal gegen Juden pöbelt. Aber sind deswegen seine Filme automatisch Murks? Wie schon die „Passion Christi“ enthält auch „Apocalypto“ einige befremdliche Entgleisungen – über weite Strecken ist es aber ein packendes, der Historie im Großen und Ganzen gut stand haltendes Abenteuerepos mit Klassiker-Potenzial. Die Geschichte führt in das schon im Zerfall begriffene Reich der Maya kurz vor der Ankunft der spanischen Eroberer. Eine Gruppe Indianer lebt unberührt von jeder Hochkultur fröhlich jagend und schäkernd im Dschungel – bis das Dorf eines Tages von einem kriegerischen Nachbarstamm überfallen wird, die Erwachsenen versklavt, verschleppt und auf einem langen Fußmarsch grausam misshandelt werden.

Ziel der Reise ist eine so prachtvolle wie dekadente Tempelstadt, wo mit Gibsons Inszenierung einige Gäule durchgehen. Die Sklavenlager mit ihren abgemagerten Arbeitern sollen wohl bekannte KZ-Bilder heraufbeschwören. Das karnevaleske Spektakel einer wegen Missernten nach Menschenopfern gierenden Masse schaut sich, als habe Leni Riefenstahl mit hämischem Hintersinn einen Christopher-Street-Day gefilmt. Als besonders blutdurstig erweist sich ein wie von McDonald‘s fett gemästeter Bub. Was uns der Künstler mit diesem Anspielungs-Mischmasch sagen will, wird er wohl selbst nicht so genau wissen – immerhin hat das Ganze teilweise höchste Camp-Qualität. Überdies werden Gibsons krude Gedankengänge schnell wieder absorbiert von der ungestüm voran preschenden, virtuos montierten und bebilderten, keinen Brutalo-Realismus scheuenden Handlung.

Als einzigem der Todgeweihten gelingt der jungen „Pranke des Jaguars“ (Rudy Youngblood, der wie alle anderen Darsteller indigener Amerikaner ist) die Flucht. In einer atemraubenden Hetzjagd durch den Urwald – zurück zu seiner in einer Höhle verborgenen Frau mit Kind – kann er kraft seiner intimen Kenntnis der Natur die technologische Überlegenheit der Verfolger neutralisieren. Am Ende zieht sich die wiedervereinigte Kernfamilie beim Anblick der anlandenen Europäer in den schützenden Regenwald zurück. Mögen sich die anderen fürderhin allein die Kehlen aufschlitzen

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24.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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