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Baran

Liebesgeschichte zwischen einem jungen Iraner und einem afghanischen Flüchtlingsmädchen.

Liebesgeschichte zwischen einem jungen Iraner und einem afghanischen Flüchtlingsmädchen.

BARAN
Iran

Regie: Majid Majidi
Mit: Zahra Bahrami,Hossein Abedini,Mohammad Amir Naji

- ab 0 Jahren

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24.11.2015

Mut zeigt sich für den indischen Regisseur Anwar Jamal eher in kleinen Dingen. Sein Film „Swaaraj — The Little Republic“ (Die kleine Republik) erzählt von vier Frauen, die es gegen massive Widerstände schaffen, in ihrem Dorf eine Wasserleitung einzurichten. Die Männer im Gemeinderat favorisieren den Bau einer Straße. Vor gut zehn Jahren, berichtet Jamal, verabschiedete das indische Parlament einen Verfassungszusatz, der einen Frauenanteil von 33 Prozent in den Gemeinderäten vorschrieb.

Der Film ist eine Hommage an die mittlerweile eine Million Frauen in den dörflichen Selbstverwaltungen. Er zeigt ihre Erfolge, ohne die Konflikte auszublenden, die sie auszustehen hatten. Doch der Film, dessen Drehbuch übrigens seine Frau Sehjo Singh schrieb, ist weit mehr als ein politisches Lehrstück. Er besticht durch genau beobachtete Details, durch kleine Gesten. Eine Frau badet ihren kleinen Sohn, eine andere salbt einer Alten das Gesicht. Man sieht die Wüstenlandschaft Rajasthans im wechselnden Licht.

Der 40-jährige Anwar Jamal wuchs in einer kleinen Stadt am Fuß des Himalaya auf. Fernsehen gab es dort erst, als er 20 Jahre alt war, und ins Kino gehen durfte der Junge nicht. Also freundete er sich mit dem Filmvorführer an und guckte heimlich vom Vorführraum aus zu. War der Freund nicht da, hörte sich Jamal draußen vor dem Kino den Soundtrack an und stellte sich die passenden Szenen vor. „Das schult die Imagination.“ Sein Literaturstudium finanzierte er als freier Journalist, arbeitete bald auch fürs Fernsehen. Ein Studium am Film-Institut in New Delhi folgte. (Melo-)dramatische Bollywood-Effekte finden sich in Anwar Jamals Arbeiten, der den griechischen Regisseur Theo Angelopoulos bewundert, nicht. „Film ist eine Kunstform“, sagt er.

„In der Kunst geht es immer um Wahrheit; und Wahrheit bezieht sich auf die Realität.“ Das Problem bei den Bollywood- wie den Hollywood-Produktionen: Sie entführten einen in eine Fantasiewelt und seien immer für den Markt, von dessen Bedingungen bestimmt. Ablehnen will der Regisseur jedoch keine der Spielarten des Kinos. Denn eines beherrschten die großen Traumfabriken meisterlich: Gefühle zu erwecken, zu bewegen.

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24.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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