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Ein richtiger Neuner
Archivbild: Ulmer
Uwe Dreher ist tot.

Ein richtiger Neuner

Uwe Dreher ist tot. Der Lustnauer war einer der besten Fußballer im Kreis, spielte mit späteren Weltmeistern zusammen.

21.10.2016
  • Tobias Zug

Er war zweifellos einer der besten Fußballspieler, die der Landkreis Tübingen je hatte. Ein „außergewöhnlicher Stürmer, ein richtiger Neuner, der im Strafraum unheimlich stark war“. Sagt Guido Buchwald, der Weltmeister von 1990. Der spielte mit Dreher von 1979 bis 1983 beim damaligen Zweitligisten Stuttgarter Kickers. Ein Mal sogar gemeinsam in der U21-Nationalmannschaft: 1980 in einem Freundschaftsspiel gegen die Niederlande. „Für uns war das außergewöhnlich, weil wir die einzigen aus der zweiten Liga waren“, sagt Buchwald. Pierre Littbarski und Lothar Matthäus waren zwei der damaligen U21-Mitspieler, Trainer war der spätere Bundestrainer Hans-Hubert „Berti“ Vogts. Buchwald wurde beim 0:0 eingewechselt. Uwe Dreher spielte durch.

Von der A-Jugend des SV03 Tübingen war der aus Wurmlingen stammende Dreher 1978 zu den Kickers gewechselt. 66 Tore schoss er in den fünf Zweitligajahren bei den Stuttgartern. Talent zur ersten Bundesliga bescheinigten ihm alle seine Trainer und Weggefährten. Doch Verletzungen warfen Dreher immer wieder zurück. Zudem war er „auch kein Kind von Traurigkeit“, wie Buchwald sagt. Dreher war ein Mensch, der das Leben genoss, dem die Geselligkeit wichtig war, der auch mal Neune grade sein lassen konnte. „Aber er war auch Profi, wusste schon, was er zu tun und lassen hatte“, sagt Buchwald.

Nach seiner Kickers-Zeit spielte der Formel 1-Fan unter anderem in der Schweiz für den FC Basel und stand mit dem FC Schaffhausen 1988 im Schweizer-Pokalfinale. Ein Mitspieler damals: Joachim Löw, der heutige Bundestrainer. Als Spielertrainer führte Dreher den TSV Lustnau 1997 erstmals in die Bezirksliga – und 2011 an der Seitenlinie in die A-Liga zurück. Der TSV Lustnau, das war auch sein Herzensverein: Zwei Tage vor seinem 54. Geburtstag spielte er noch im B-Liga-Team des Klubs, schoss sogar ein Tor. Diese Woche leitete er das Training der A-Liga-Mannschaft für den verhinderten Trainer, war Spielleiter – bis gestern, als der 56-Jährige plötzlich zuhause verstarb.

Uwe Dreher hinterlässt eine Ehefrau, zwei erwachsene Kinder und ein Enkelkind.

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21.10.2016, 01:00 Uhr

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