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Elvis & Nixon

Elvis & Nixon

Regisseurin Liza Johnson destilliert aus dem tatsächlichen Treffen des King of Rock’n’Roll mit dem US-Präsidenten eine absurde Komödie.

Elvis & Nixon

USA 2016

Regie: Liza Johnson
Mit: Michael Shannon, Kevin Spacey, Evan Peters

87 Min. - ab 0 Jahren

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05.10.2016
  • Klaus-Peter Eichele

Um 1970 war die Rockmusik eine linke Veranstaltung. Fast alle – die Beatles, die Stones, Bob Dylan – positionierten sich gegen die Mächtigen und ihre Machenschaften. Nur einer tanzte aus der Reihe: der King. Im Dezember 1970 sprach Elvis Presley an der Pforte des Weißen Hauses vor, um eine Audienz bei Präsident Richard Nixon, dem Hassobjekt der Liberalen, zu erbitten. Am liebsten, ließ er ausrichten, würde er die Regierung in ihrem Kampf gegen das linke Gesocks als Undercover-Agent unterstützen.

Tatsächlich kam es wenige Tage später zum Gipfeltreffen, doch weil außer einem Bild davon nichts überliefert ist, kann Liza Johnson, die Regisseurin des Films, den Vor- und Ablauf nach Belieben ausschmücken. In Nixons Stab, erfährt man also, stiftet die Anfrage einige Verwirrung, doch wittern die Berater alsbald die Chance auf einen PR-Coup, Stichwort: Jungwähler. Nur der auch kulturell stockkonservative Präsident (Kevin Spacey) ist gegen ein Treffen – bis ihm seine Tochter Feuer unterm Hintern macht.

Michael Shannon („Take Shelter“) spielt Elvis als einen der Welt entrückten politischen Wirrkopf und Waffennarren, der eingangs seinen Fernseher mit Revolverschüssen traktiert, gelegentlich aber auch Einblicke in eine gemarterte Seele zulässt. Ein stimmiges Charakterbild ist das freilich nicht.

Ansonsten mäandert der Film etwas ziellos durch diverse Themengebiete: die Einsamkeit des Rockstars, die unterschiedliche Wertschätzung, die der King bei Weißen und Schwarzen genießt. Weil die Regisseurin dabei die witzigen Aspekte – ein Elvis-Imitator hält Elvis für einen schlechten Elvis-Imitator – betont, kommt das Ganze aber doch gut unterhaltsam über die Runden. Die finale Begegnung zweier Getriebener gerät ihr ohnehin zum Glanzstück absurder Komik.

Der Verfilmung des Gipfeltreffens von Rock‘n‘Roll und Politik fehlt der Fokus, doch dafür hat sie einigen Witz.

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05.10.2016, 15:59 Uhr

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