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24.11.2015

Erscheint am 23. Mai 2008 als Leih-DVD und am 13. Juni 2008 als Kauf-DVD

Der Plot: Die 13-jährige Adriana wird in Mexico City von Menschenhändlern geschnappt und in die USA verschleppt. Ihr 17-jähriger Bruder Jorge macht sich auf die Suche nach ihr und findet überraschend einen Verbündeten in dem texanischen Ermittler Ray (Hollywoodstar Kevin Kline).

Der 30-jährige Filmemacher Marco Kreuzpaintner vertiefte sich erst vor den Dreharbeiten in das Thema. „Mir war nicht klar, dass Menschen über das Internet verkauft werden.“ Mit Hilfe des FBI gelangte Kreuzpaintner auf die einschlägigen Webseiten. Denn: „Ich kann das nicht drehen, wenn es nicht stimmt.“

Eines fiel ihm sofort auf: „Man schaut immer nach Südostasien, in ferne Länder. Dabei geschieht das genauso mitten in der westlichen Welt.“ In seinem Film reagiert die US-Polizei eher gleichgültig, als eine der Verschleppten versucht, einen Beamten um Hilfe zu bitten. „Wir waren in El Paso“, berichtete der Filmemacher, „wir haben mit Grenzpolizisten gesprochen.“

Die seien davon ausgegangen, dass illegale Einwanderer alles versuchten, um in die USA zu gelangen: „Alle erfinden Geschichten“, sei die Meinung der Polizisten. Nun könnte der Film die Öffentlichkeit aufrütteln: „In den meisten Ländern der Welt gibt es noch keine Gesetze gegen Menschenhandel.“

Zunächst war Kreuzpaintner einfach vom Drehbuch fasziniert. Produzent Roland Emmerich habe es ihm angeboten, nachdem er Kreuzpaintners Coming-Out-Streifen „Sommersturm“ gesehen hatte.

Die schnellen Schnitte und die Spontaneität der Eingangssequenzen in Mexiko City zeigen eine viel lebendigere Bildsprache, als das Roadmovie, zu dem „Trade“ sich entwickelt. „Meine Sympathie liegt eher auf mexikanischer Seite. In Amerika frierst du.“ Mehrspurige Autotrassen ziehen sich durch gesichtslose Gewerbegebiete und ausgeblutete, wüstenähnliche Landschaften, so Kreuzpaintner.

Im Film stehe die kapitalistische Welt „gegen die ausgenommene, arme, aber irgendwie vielleicht auch ursprünglichere Welt“.„Mir gefällt die Vorstellung, dass Unterhaltung eine politische Wirkung haben kann“, sagte Kevin Kline kürzlich in einem Interview über „Trade“. Kreuzpaintner sieht das ähnlich. Er will sein Publikum emotional erreichen: „durch das Herz in den Kopf“ – eben nicht andersherum, „über den Kopf ins Herz“.

Godard sei sicher nicht sein Vorbild. „Eher Spielberg und Emmerich.“ In seiner „politischen Phase“ orientierte sich der 30-Jährige an Rainer Werner Fassbinder. Kreuzpaintner ist in Wasserburg am Inn aufgewachsen. „Mein Papa ist Briefträger, meine Mama Sekretärin“, sagte er mit diesem leisen bayerischen Einschlag. Schon mit 15 wollte er unbedingt Filme machen.

Doch nach dem Abitur lehnte ihn die Münchner Filmhochschule ab. Als Assistent von Edgar Reitz und Peter Lilienthal wuchs er dennoch in die Branche hinein. Demnächst hat er außer Hollywood noch einen zweiten Wohnsitz in Berlin. Sein nächstes Projekt ist die Verfilmung von Otfried Preußlers Jugendbuch „Krabat“. Für Kreuzpaintner verbindet sich dabei „eine Kindheitssentimentalität“ (er hat das Buch als 13-Jähriger gelesen) mit einer ungewöhnlichen Chance: „Wann hat man in Deutschland schon die Möglichkeit, einen großen Fantasyfilm zu drehen?“

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24.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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