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High fidelity

Ganz sicher in den Top Five der mittelmäßigsten Literaturverfilmungen.

Ganz sicher in den Top Five der mittelmäßigsten Literaturverfilmungen.

HIGH FIDELITY
USA

Regie: Stephen Frears
Mit: John Cusack,Iben Hjejle,Jack Black

- ab 12 Jahren

Tagblatt-Wertung

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Film bewerten

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24.11.2015
  • Stefanie Hentschel

Ein paar Dinge sollten im Vorfeld geklärt werden. Die Autorin dieses Artikels kann ebenso wenig wie Robs Freundin Laura einen Unterschied zwischen Art Garfunkel und Solomon Burke erkennen (schon deshalb, weil sie noch nie von diesem Solomon Burke gehört hat).

Die fünf Lieblingsmusiker von Robs Ex-Freundin Penny Hardwick sind in weiten Teilen identisch mit denen der Autorin. Und von der Lebenseinstellung her steht die Autorin Laura wesentlich näher als Rob, auch wenn sie diese Laura immer für eine unsympathische Juristenzicke gehalten hat.

So weit die Standortbestimmung. Und damit sind wir mittendrin in dem, was "High Fidelity", den Roman des Engländers Nick Hornby, in den fünf Jahren seit seinem Erscheinen so erfolgreich gemacht hat.

Das Buch zwingt zu Identifizierungen. Die fidelity zum Leben ist so hoch, dass jeder Leser - wenn schon nicht sich selbst - dann doch wenigstens Menschen aus seinem näheren Umfeld in den Figuren wiedergefunden hat.

So ist denn auch das nähere Umfeld der Autorin dieses Artikels voll von Robs, Barrys und Ricks, und sie betrachtet sie im wahren Leben mit dem gleichen Staunen, mit dem sie ihnen im Roman begegnet ist.

Rob, Barry und Rick sind Plattensammler, und sie beurteilen Menschen ausschließlich nach dem, was ihnen gefällt. Sie führen stundenlang autistische Gespräche über Platten, und der liebe Gott behüt einen, wenn man mal ohne Fluchtweg in ein solches Gespräch gerät.

Zudem pressen sie ihr ganzes Leben in Hitparaden. Da gibt es nichts, das sich nicht in eine Top Five fassen ließe. Dieses Ordnungssystem ist ihre tapsige Jungs-Methode, die Welt außerhalb des Plattenladens, in dem sie arbeiten, zu bewältigen, und noch die schmerzhaftesten Trennungen und bittersten Demütigungen lassen sich zu privaten Charts anordnen. Robs aktuelle Demütigung heißt Laura, und sie ist gerade mit dem Nachbarn durchgebrannt.

Der Roman handelt von Robs Leben kurz nach dem Verlassenwerden, davon, wie er seine Platten nach einem neuen System ordnet, endlich mal mit einer Musikerin schläft und sich fragt, ob Lauras Neuer ein besserer Liebhaber ist als er selbst.

Vor allem besteht das Buch aber aus Robs Betrachtungen über sein Leben, Männer und Frauen und die Popkultur. Was es nicht eben leicht verfilmbar macht. Stephen Frears hat es trotzdem getan. Leider nicht sehr gut. Das Problem mit den handlungstragenden Monologen löst Frears, indem er Rob-Darsteller John Cusack (der auch am Drehbuch mitgeschrieben hat) pausenlos ermüdend in die Kamera räsonieren lässt.

Und wo er die spärliche Handlung in Bilder packt, schlägt ihm die böse Vorstellungskraft der Hornby-Leser ein Schnippchen, die den ach so realistischen Figuren längst Gesichter aus dem eigenen Leben verpasst hatte.

Robs Plattenladen wurde von London nach Chicago verpflanzt, der Text vereinfacht und harmonisiert. Dabei sind ein paar der schönsten (und wichtigsten!) Szenen weggefallen. Übrig bleibt ein Einheitsbrei über einen Plattensammler, der sein Mädchen verliert und in einem viel zu schönen Happy End zurückbekommt. Am Ende fragt man sich zu Recht, was das Ganze eigentlich soll.

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24.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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10.03.2004

12:00 Uhr

JKF schrieb:

Wieso werden Romanverfilmungen eigentlich oft als Visualisierungen von Literatur gesehen? Ich denke ein Film ist ein Film ist ein Film. Und High Fidelity ist wirklich ein Film und nicht ein gefilmter Roman.
Mich beeindruckte vor allem die mimische Leistung von John Cusack. Daneben denke ich an liebevoll fotografiert Szenen, wie etwa die Anfangssequenz oder der Monolog auf der Brücke mit der Nachmittagssonne im Hintergrund.
Wer in diesem Film nur das narrative Element sucht, der mag vielleicht wirklich besser den Roman lesen, wer aber Freude am Zusammenwirken von schauspielerischer Suggestionskraft, einem ungewöhnlichen Soundtrack und einem sorgfältig ausgeleuchtetem Set hat, hat wahrscheinlich gute Chancen, diesen Film zu genießen, auch ohne sich unerbittlich der Frage der Identifizierung zu stellen.



06.03.2004

12:00 Uhr

Stan schrieb:

Einer der Filme, in dem man(n) sich ständig wiedererkennt oder wiedererkennen kann. Macht Spass. die Romanvorlage soll zwar noch besser sein, aber das werde ich demnächst selbst noch überprüfen. (08/10)



05.03.2004

12:00 Uhr

Oliver Schlauch schrieb:

hammer geiler film das´müsst ihr sehen!!!!voll witzig



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