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Il va pleuvoir sur Conakry

Herausragendes Panorama des privaten und politischen Lebens in der Hauptstadt Guineas.

Herausragendes Panorama des privaten und politischen Lebens in der Hauptstadt Guineas.

IL VA PLEUVOIR A CONAKRY
Guinea

Regie: Cheick Fantamady Camara
Mit: Alex Ogou, Tella Kpomahou, Moussa Kéïta

- ab 0 Jahren

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24.11.2015
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Mit dem Regen ist das so ein Sache. Er kann Leben befördern oder vernichten. Als Metapher steht er für Unheil oder Reinigung. All diese Widersprüche vermischen sich in dem Film „Il va pleuvoir sur Conakry“ (Es regnet in Conakry) zu einem großartigen Panorama des privaten und politischen Lebens in der Hauptstadt des westafrikanischen Staates Guinea.
Der im Nachwuchs-Wettbewerb platzierte Film stammt von dem 47-jährigen Festival-Gast Cheick Fantamady Camara. Weil er kein Geld für die Filmschule hatte, schaute der gebürtige Guineaner 20 Jahre lang in Afrikas Kino-Eldorado Burkina Faso den besten afrikanischen Regisseuren über die Schultern. Anschließend siedelte er nach Frankreich über, wo er nach einigen Kurzfilmen das Geld für seinen ersten langen Spielfilm zusammenbekam. Schauplatz ist seine Heimatstadt Conakry.

Dort lebt Filmheld BB in zwei Welten. Für eine Zeitung zeichnet er freche Karikaturen, die auch mal gegen die Mächtigen sticheln. Er liebt laszive Partys und pflegt eine gleichberechtigte Beziehung mit der selbstbewussten Webdesignerin Kesso, die vielleicht die nächste Miss Guinea wird. BBs eigene Familie dagegen steckt tief in der islamisch-patriarchalen Tradition; der Vater ist autoritärer Imam, auch der Bruder streng religiös mit Hang zur Prügelstrafe für eigensinnige Frauen. Der bislang unter dem Teppich gehaltene Konflikt eskaliert, als erstens der Vater BB erklärt, er müsse auf Geheiß der Ahnen sein Nachfolger als oberste islamische Autorität werden. Und zweitens seine Freundin ein Kind von ihm erwartet.

„In ganz Afrika gibt es derzeit einen Kampf zwischen den Jungen, die etwas aus sich machen wollen, und den Alten, die aus Angst um ihre Privilegien jeden Wandel blockieren“, sagt Camara im Interview. Religion und Tradition seien dabei oft nur ein Mittel zum Machterhalt. Der Film offenbart diesen sozialen Konflikt nicht mit großer politischer Geste, sondern ganz gelassen anhand einer anfangs alltäglichen Geschichte mit psychologisch ausgefeilten und glaubwürdig agierenden Figuren.

Im Gespräch gibt sich der Regisseur optimistisch, dass „die alte Mentalität bald aus den Köpfen verschwindet“. Im Film jedoch steuert nach einigen trügerischen Hoffnungsschimmern alles auf eine Katastrophe zu. Am Ende immerhin sieht man BB und Kesso ganz kurz noch als glückliches Paar, das den Sturm überstanden hat. Ein Happy-end sieht aber anders aus.

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24.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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