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John Rabe

Ulrich Tukur spielt den Nazi-Deutschen Industriellen, der 1937 in Nanjing Hunderttausenden Chinesen das Leben gerettet hat.

Ulrich Tukur spielt den Nazi-Deutschen Industriellen, der 1937 in Nanjing Hunderttausenden Chinesen das Leben gerettet hat.

Deutschland

Regie: Florian Gallenberger
Mit: Ulrich Tukur, Anne Consigny, Daniel Brühl, Zhang Jingchu, Steve Buscemi

- ab 0 Jahren

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23.11.2015
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Ein Nazi? Nun ja: John Rabe war Mitglied der NSDAP, am Anfang des Films markiert er ein bisschen den Herrenmenschen, und in der Mitte schreibt er einen Brief an Hitler im grotesken Glauben, der Führer werde dem massenmörderischen Treiben der mit Deutschland verbündeten japanischen Armee Einhalt gebieten.

Aber bekanntlich soll man die Menschen an ihren Früchten erkennen, und da ergibt sich ein anderes Bild. Unter wagemutigem Einsatz seines Lebens hat der Chef der Siemens-Niederlassung in Nanjing 1937 Hundertausende Chinesen vor dem Tod bewahrt, indem er ihnen vor der auf Völkermord gepolten Soldateska eine Zuflucht verschaffte – erst auf dem Firmengelände und später in einer gettoartigen Schutzzone, die freilich ständigen Übergriffen der Japaner ausgesetzt war. Den wahren Nazis schmeckte das gar nicht: Nach seiner Rückkehr wurde Rabe wegen „Kollaboration mit dem Feind“ von der Gestapo drangsaliert.

John Rabe

© null 01:54 min

Obwohl Regisseur Florian Gallenberger stilistisch den auf emotionale Überwältigung setzenden Historienepen Hollywoods nacheifert, zeichnet er doch in Ansätzen ein differenziertes Bild des „guten Menschen von Nanjing“. So scheint es anfangs mehr die rein wirtschaftlich motivierte Sorge um sein Lebenswerk, die ihn zum Menschenretter werden lässt. Auch das präzis zurückhaltende Spiel des früheren Tübingers Ulrich Tukur in der Titelrolle erweckt nicht den Eindruck, als sei Rabe zum moralischen Überflieger geboren. Eher wächst er von den Umständen getrieben intuitiv in die Rolle hinein, für die es als Antrieb in erster Instanz bloß simplen menschlichen Anstand brauchte – und die in der zweiten doch übermenschliche Kraft erforderte.

Natürlich ist es schwierig, Gallenbergers Geschichte ohne zusätzliches Quellenstudium auf ihre Glaubwürdigkeit zu überprüfen. Sollte nur die Hälfte stimmen, hat Rabe ein filmisches Denkmal mitsamt dem hollywoodesken Pathos und Schmalz mehr als verdient.

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23.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 21.07.2009, 12:00 Uhr

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